Dienstag, 7. September 2004

Vertrauensgrundsatz: Autofahrer ahnungs- los über Kindersicherheit im Verkehr

  • Regelung: Kinder dürfen immer die Straße überqueren
  • Zahl der Schulwegunfälle ist noch weiter angestiegen

Die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder ist laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (kfV) 2003 um sieben Prozent gestiegen. Laut einer Erhebung des KfV hat sich unterdessen gezeigt, das rund zwei Drittel der Lenker nicht darüber Bescheid wissen, wo und wann sie Kindern das ungefährdete und unbehinderte Queren der Fahrbahn ermöglichen müssen.

Die Antwort wäre einfach: Die Sprösslinge dürfen immer und überall über die Straße gehen. Denn laut Gesetz sind die Kleinen aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen. "Diese Regelung ist schlicht und ergreifend unbekannt", sagte der zuständige KfV-Statistiker Klaus Machata. Befragt wurden 260 Kraftfahrer in Wien.

Die Zahl der Schulwegunfälle ist im Vorjahr weiter gestiegen, so das KfV: 2003 seien die Zahl der verunglückten Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren um 37 Opfer gestiegen. Das seien ganze zwei Schulklassen mehr als im Jahr 2002, kritisierte die Organisation. Konkret sind laut KfV im Vorjahr österreichweit 556 Personen zwischen sechs und 15 Jahren verletzt und zwei getötet worden.

Oberösterreich trauriger Spitzenreiter
Oberösterreich führt dabei die Unfallstatistik an: Beide Getöteten und 127 Verletzte waren in diesem Bundesland zu verzeichnen. Am wenigsten Verletzte gab es mit zehn Schulkindern im Burgenland. In Wien sind im Vorjahr 80 Schüler im Straßenverkehr verletzt worden.

Laut KfV ereignen sich 70 Prozent der Schulwegunfälle im Ortsgebiet. Hier überschreite jeder zweite Kfz-Lenker das 50 km/h- Limit, drei von vier Fahrern würden darüber hinaus die Tempo 30-Zonen ignorieren. (apa)

7.9.2004 13:58