Freitag, 10. September 2004

Wandern auf brodelnden Vulkanen: Die Liparischen Inseln sind dafür heißer Tipp

  • Das italienische Archipel punktet mit Thermalquelllen
  • Glühende Lava und Vulkan-Krater locken Touristen

Die Liparischen Inseln vor der Nordküste Siziliens verdanken ihre Existens den brodelnden Aktivitäten unterirdischer Vulkane. Noch heute profitieren vor allem auch Touristen von dieser turbulenten Entstehungsgeschichte. Auf Vulcano und Stromboli, zwei der sieben bewohnten Inseln, brodeln die Vulkane sogar heute noch, auf Lipari, Salina, Panarea, Filicudi und Alicudi ist alles ruhig.

Mit dem Tragflügelboot gelangt man bequem von Neapel und Milazzo (Sizilien) zum kleinen Archipel. Sein Auto sollte man dabei lieber stehen lassen, denn nur auf Lipari und Salina dürfen überhaupt Autos fahren. Die Landschaft lässt sich zu Fuß sowieso viel besser erkunden.

Lipari
Lebensmittelpunkt des kleinen Archipels ist Lipari, mit fast 38 Quadratkilometern auch die größte Insel. Einmal rund um die Insel sind es 27 Kilometer. Geübte Wanderer schaffen das locker an einem Tag. Schneller gehts mit dem Bus. An den interessanten Ecken steigt man einfach aus, zum Beispiel in einer der Bimssteinhalden oder in einem der kleinen Fischerdörfer. Besuchen sollte man auf jeden Fall den "Quattro Occhi", so heißt ein Aussichtspunkt von dem aus die Sicht an guten Tagen bis zur Nachbarinsel Vulcano reicht.

Heilsame Schwefelschlamm-Bäder
Die Nachbarinsel von Lipari ist Vulcano und macht beim ersten Eindruck vor allem durch den äußerst strengen Geruch auf sich aufmerksam. Die drittgrößte Liparische Insel ist nach einem Vulkan benannt, der immer noch tätig ist und übelriechende Dämpfe in den Himmel sendet. Dass sich dennoch Fremde auf das Eiland verirren, liegt an der heilsamen Wirkung der Thermalquellen. Ein Bad im (kostenlosen) Schwefelschlamm soll Rückenschmerzen, Rheumatismus und auch Hautkrankheiten verschwinden lassen

Wandern auf dem Vulkan
Der zweite, gefährlichere Vulkan spuckt auf Stromboli. Jährlich wagen sich 40.000 Touristen bis zum 924 Meter hohen Kraterrand vor. Wer den Stromboli erklimmen will, sollte sich einer Gruppe anschließen - erfahrene Führer weisen den Weg auch in der Dunkelheit. Steil geht es am Nachmittag das felsige Lavagestein hinauf, den Sonnenuntergang gibts gratis am Kraterrand, nachts folgt der Abstieg. Eine Strecke dauert mindestens drei Stunden. Aber die Mühe lohnt sich. Der Stromboli gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt und grummelt und poltert eifrig. Ein besonderes Spektakel ist die glühende Lava, die sich über die so genannte Feuerrutsche ins Meer ergießt.(red)

10.9.2004 14:29