Freitag, 10. September 2004

Das Backrohr denkt, die Waschmaschine kommuniziert und der Roboter saugt Staub

  • Die Arbeit im Haushalt wird in Zukunft immer einfacher
  • Innovationen auch für Unterhaltung und Kommunikation

Die Waschmaschine kommuniziert mit ihrem Besitzer, den Staubsauger-Roboter braucht niemand mehr von Hand zu führen, in der Küche fern gesehen wird über dem Kühlschrank. Auf der Fachmesse Futura in Salzburg zeigten 129 Aussteller ihre Innovationen aus den Bereichen Unterhaltungselektronik, Haushaltstechnik und Telekommunikation.

Roboter als humanoide Diener wie im aktuellen Hollywood-Schlager "I, Robot" sind noch nicht dabei. Dafür erleichtert die neue Generation von Haushaltsgeräten ihren Besitzern das Leben, anstatt ihnen, wie im Film, danach zu trachten.

Ein Drittel auf Suche
555.000 Herde, Geschirrspüler, Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen und Wäschetrockner haben die Österreicher im ersten Halbjahr 2004 gekauft, im Wert von insgesamt 264 Millionen Euro. Einer Studie des Forum Hausgeräte zufolge sucht derzeit ein Drittel ein neues "Helferlein" für den Haushalt. Die Konsumenten wählen sehr gezielt aus: "Wichtig sind nicht nur Kriterien wie Leistung, Benutzerfreundlichkeit oder Umweltfreundlichkeit", sagt Branchensprecher Franz Schlechta, "sondern, dass das Gerät zu mir passt."

Jedes zweite Gerät ist neu
Die Entwicklung ist gerade bei den Haushalts-Helfern rasant: "50 Prozent des Innenlebens unserer Geräte hat es vor fünf Jahren noch nicht gegeben. Das sind Werte, wie man sie sonst aus der Unterhaltungselektronik gewöhnt ist", so Schlechta.

Waschmaschine mit Touch Screen
Moderne Waschmaschinen erkennen mit Hilfe von Sensoren Wäschemenge und Gewebeart und regulieren danach die Wassermenge. Manche Geräte ermitteln die optimale Waschdauer und legen einen zusätzlichen Spülgang ein, sollten sich Schaumreste an der Wäsche befinden. "Das ist einzigartig auf dem österreichischen Markt: die interaktive Kommunikation mit der Waschmaschine per Touch Screen", stellt Tanja Paluc von Gorenje Austria auf der Futura die "intelligenten" Waschautomaten des slowenischen Herstellers vor. Der Bediener gibt Verschmutzungsgrad und Gewebeart an, das Gerät empfiehlt Waschmodus, Waschmittelmenge etc.

Geschirrspüler mit Vollautomatik
Bei den neuen Vollautomatik-Geschirrspülern (z.B. von Siemens, Neff, Miele oder Bosch) genügt ein Tastendruck - das Gerät erkennt mit Hilfe von Sensoren, wie stark verschmutzt das Geschirr ist und passt Spüldauer, Wassermenge und Temperatur an. Das spart Wasser und Energie und schont somit Geldbörse und Umwelt.

Denkendes Backrohr
Auch das Backrohr "denkt mit": Man muss nur die gewünschte Funktion und das Gewicht des Kochguts eingeben, der Ofen errechnet die Backzeit und bestimmt das Programm. Außerdem wird der Herd zum elektronischen Kochbuch: Küchengeheimnisse können im Backofen gespeichert werden. Wer nicht gern Kochbücher wälzt, ist mit Herden mit integriertem Rezeptspeicher gut beraten. Mehr als 100 Anleitungen können abgerufen werden. (apa/red)

10.9.2004 11:06