Die Österreich-Gehalts-Liste
- Was Ihr Nachbar verdient: Von der Friseurin bis zum Primararzt: Das große Gehalts-Outing.

Während die Gehälter in den Führungsetagen der heimischen Konzerne konsequent nach oben wandern, sind wir Normalverdiener eher schlecht bedient. Seit etwa drei Jahren stagnieren die Nettogehälter in Österreich, analysiert Wirtschaftsexperte Markus Marterbauer vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).
NEWS hat in Zusammenarbeit mit dem Personalberater Peter Pendl, Chef von Dr. Pendl & Dr. Piswanger, die aktuellen Gehälter erhoben, an denen Sie sich orientieren können. Dazu gibt es jede Menge Tricks und Tipps, wie Sie jetzt zu mehr Geld und Bonusleistungen ihres Arbeitgebers kommen können.
Heuer mehr Lohn. Zunächst die gute Nachricht: Für heuer erwartet Wifo-Experte Marterbauer erstmals wieder eine leichte Steigerung der inflationsbereinigten Nettolöhne um rund durchschnittlich 0,5 Prozent. Da sowohl die Konjunktur als auch die Produktion leicht anziehen und auch die Inflation stärker wird, sollten die kommenden Lohnrunden auf jeden Fall mehr bringen als die Erhöhungen von 2,0 bis 2,5 Prozent im vergangenen Jahr, meint der Wirtschaftsforscher. Negativ auf die Löhne wirkt sich allerdings die hohe Arbeitslosigkeit aus. Der massive Anstieg der Arbeitslosigkeit dämpft die Durchsetzungskraft der Gewerkschaften, beobachtet Marterbauer.
Die Top-Branchen. Die Prognose der Wirtschaftsforscher bezieht sich freilich auf den Durchschnitt aller Branchen. Und denen geht es sehr unterschiedlich, was spätestens an den jeweiligen Gehaltszahlungen deutlich wird. Zu Österreichs Top-Branchen zählen derzeit laut Personalberater Pendl der Pharma-Bereich, die Chemie-Sparte sowie die Gesundheits-Berufe. In der Pharma-Branche werden derzeit Leute gesucht, und die gezahlten Gehälter sind überdurchschnittlich gut, erklärt Pendl.
Vernachlässigte Gesundheit. Ebenso gefragt sind Arbeitskräfte für den Gesundheitsbereich, wobei die Bezahlung teilweise nicht besonders attraktiv ist. Allerdings gibt es auch gute Teilzeitmöglichkeiten, wie Stationsschwester Theresa Wollenek-Zeiner, 44, die im Verwaltungsbereich des Wiener AKH tätig ist, berichtet. Ich arbeite Teilzeit und verdiene im Monat 1.253 Euro netto. Das Einstiegsgehalt einer Krankenschwester liegt bei 1.480 Euro, wobei es Zulagen
für Nachtdienste gibt, so die Spitalsmitarbeiterin. Da verwundert es nicht weiter, wenn Turnusärzte wie Erik Huber mit ihrem Monatssalär von 1.300 Euro netto nach jahrelangem Studium und Berufserfahrung ganz und gar nicht zufrieden sind. Schon in Wellness-Jobs wie dem Masseur- oder Kosmetik-Bereich kann man mehr verdienen.
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