Diebstahl & Einbruch - Tatort Österreich: HILFE! Wir sind ein Einbrecher-Paradies
- Österreich im Visier der Ostbanden, die Alarmsirenen heulen: 25,2 % mehr Straftaten.

Die Opfer klagen an: Österreich ist heute kein sicheres Land mehr! 1.750 Verbrechen pro Tag. Und nur jeder 10. Täter wird ertappt.
Es ist der 6. Juli, ein Dienstag, kurz vor 22 Uhr. Unternehmer Harald Fischer sitzt, wie so oft, allein am Schreibtisch seiner Maschinenbaufirma in Ebreichsdorf und arbeitet.
Sein beleuchtetes Büro im ersten Stock ist in der abgelegenen Gegend weit und breit zu sehen. Gerade als der 43-Jährige einen weiteren Akt bearbeiten will, hört er Geräusche am Gang, Augenblicke später fliegt schon die Tür zu seinem Büro auf: Mehrere maskierte Männer stürmten herein, hielten mir eine Pistole an die Schläfe. Sie nahmen mir meine Bankomatkarte ab und verlangten den Pin-Code und den Safe-Schlüssel.
Fischer will wenigstens den Tresorinhalt retten, doch das ist ein Fehler: Sie schlugen mir im Tresorraum mit einer Eisenstange auf den Kopf und fesselten mich. Während der Firmenchef blutend im Tresorraum zurückbleibt, flüchten die Maskierten mit rund 8.000 Euro Bargeld aus der Firmenkasse.
Verprügelt und gefesselt. Es dauert eine Stunde, bis der 43-Jährige sich selbst befreien und die Gendarmerie alarmieren kann: Die sicherte zwar von Mitternacht bis acht Uhr früh alle Spuren, das wars aber schon, eine Sofortfahndung brachte keinen Erfolg, sagt Fischer, der genau einen Monat zuvor schon einmal Ziel von Einbrechern gewesen ist. Damals hatten die Täter den Wachdienst überfallen, die Schlüssel zur Firma und zu meiner Privatwohnung gestohlen. Keiner hätte gedacht, dass sie so schnell wiederkommen würden, sagt er, nicht einmal zum Aufrüsten der Alarmanlage blieb mir mehr Zeit.
Der Fall Harald Fischer ist nur ein Beispiel von Tausenden, denn Österreich ist längst keine Insel der Seligen mehr. Das Land läuft ernsthaft Gefahr, den Ruf als sicherste Region Europas zu verlieren. Allein im Raum Ebreichsdorf sind in den vergangenen sechs Monaten 123 (!) Einbrüche verübt worden: Ich hatte das Gefühl, Ebreichsdorf war eine Zeit lang das Zentrum der Ostbanden, sagt Bürgermeister Josef Pilz, resignierend. Die Gendarmerie kann ihrer Aufgabe nicht mehr ausreichend nachkommen, weil sie personell unterbesetzt ist, sucht der Ortschef aus Niederösterreich nach Gründen für die dramatische Zunahme bei Einbrüchen.
Kriminelles Österreich. Doch nicht nur südlich von Wien explodierte die Kriminalität: In ganz Österreich stieg die Steigerungsrate in Sachen Einbruch im ersten Halbjahr 2004 um alarmierende 25,2 Prozent. Absoluter Spitzenreiter ist Niederösterreich: mit einem Anstieg von 56,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gefolgt von Oberösterreich mit 34,2 Prozent und Wien mit 23,2 Prozent mehr Einbrüchen.
430 Einbrüche pro Tag. Insgesamt sind von Jänner bis Ende Juli dieses Jahres 376.655 Delikte angezeigt worden davon fast 85 Prozent Handlungen gegen fremdes Vermögen. Gesamt ergibt das laut Kriminalstatistik des Innenministeriums ein sattes Plus von 5,6 Prozentpunkten. Herausgerechnet sind das rund 68 Raubüberfälle pro Woche, 430 angezeigte Einbrüche pro Tag und alle zweieinhalb Minuten ein Diebstahl insgesamt 78.949 Taten.
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