Insolvenz angemeldet: Schuh-Salamander geht im Jubiläumsjahr pleite
- Mitarbeiter in Deutschland & Österreich bangen um Job
Der Pleitegeier hat den Schuh-Salamander erwischt. Die Schuhhandelsgesellschaft, mit rund 100 Fachgeschäfte in Deutschland und etwa 35 Filialen in Österreich hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Für die Kunden ändert sich nichts, der Verkauf in den Geschäften soll weiter gehen.
Viele der rund 1.000 Mitarbeiter von Salamander Schuh in Deutschland und rund 320 Mitarbeiter in Österreich bangen aber um ihren Arbeitsplatz. In Österreich ist das Unternehmen mit der 100- Prozent-Tochter Salamander in Austria Ges.m.b.H. vertreten. Die 1969 in Wien gegründete Gesellschaft versteht sich als "Marktführer im oberen Preis- und Markensegment". Der Insolvenzverwalter und die Geschäftsführung versuchten am Donnerstag zu beruhigen: Es soll zu keinen tiefen Personaleinschnitten kommen.
Die Zahlungsunfähigkeit der baden-württembergischen Firmengruppe ist doppelt bitter. Für die bekannteste deutsche Schuhmarke stand 2004 ein großes Jubiläum an: Salamander wird 100 Jahre alt.
In der Kornwestheimer Zentrale fiel 2004 jede zweite Stelle weg. Für den Schuh-Salamander arbeiten an dem Traditionsstandort nur noch 70 Mitarbeiter, in den 60er Jahren waren es über 10.000. Der zum Mischkonzern ausgebaute Schuhhersteller wurde 2001/2002 schrittweise vom Energieriesen EnBW übernommen. Vor knapp einem Jahr fand die kränkelnde Schuhsparte bei der Garant Schuh + Mode AG in Düsseldorf eine neue Heimat. Das Unternehmen ist Europas größte Verbundgruppe des Schuh- und Lederwarenfachhandels. Fast 5.000 selbstständige Händler in 15 europäischen Ländern werden mit Ware versorgt. Doch mit Salamander wagte sich der Großhändler Garant auf neues Terrain, den Einzelhandel.
Aber: Der Schuh-Salamander sieht sich auf einem gutem Sanierungsweg: In den ersten sieben Monaten 2004 ist nach Unternehmensangaben ein Umsatzplus von 5,6 Prozent erzielt worden, während die Branche ein Umsatzminus von 4,1 Prozent ausweise. Die Geschäftsführung ist optimistisch, dass er sich aus den Klauen des Pleitegeier wieder befreien kann.
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