Mittwoch, 8. September 2004

Normal-Arbeitszeit von 10 auf 8 Stunden: WK-Präsident Leitl fordert mehr Flexibilität

  • Tägliche Höchstarbeitszeit auf 12 Stunden anheben

Die Arbeitgeberseite fordert die Ausdehnung der täglichen Normalarbeitszeit(grenze) von acht auf 10 Stunden. Die tägliche Höchstarbeitszeit soll von zehn auf 12 Stunden angehoben werden und auch für kleinere Betriebe und Branchen, die noch nicht über die den Kollektivvertrag flexibilisiert haben, gelten, erklärte Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl am Dienstagabend. Darüber hinaus will die Wirtschaftskammer die Durchrechnung der Arbeitszeiten über 52 Wochen, über die Hälfte des Kalenderjahres (26 Wochen) soll auf Basis einer gesetzlichen Regelung wöchentlich bis zu 60 Stunden geleistet werden dürfen.

Nach einer Grobschätzung des WKÖ-Arbeitsrechtsexperten Helwig Aubauer ist damit zu rechnen, dass durch die vorgeschlagenen Durchrechnungsmodelle etwa die Hälfte der jährlich in Österreich geleisteten "echten" Überstunden, rund 50 Mio. Arbeitsstunden "aufgefangen", also nur mehr regulär entgolten werden. Welchem Geldwert das entspricht, wollte Aubauer nicht beziffern.

Auf jeden Fall handelt es sich dabei um einen dreistelligen Millionenbetrag, hieß es dazu am Mittwoch aus der Arbeiterkammer (AK) zur APA. Eine genauere seriöse Schätzung sei wegen der nicht ausreichenden Datenbasis derzeit nicht möglich. (apa/red)

8.9.2004 16:54