Italien will seine Fluglinie nicht verlieren: Regierung versucht Vermittlungsaktion
- Geschäftsführer drängt auf Kapitalaufstockung 2005
- Verhandlung um Rettungsplan werden weitergeführt
·Alitalia: Stellen-Abbau ist nun fix
Regierung soll Streichung der 5.000 Jobs zustimmen
·Alitalia am Rande des Bankrotts!
Fluglinie braucht mind. 2 Mrd. Euro für Neubeginn
·Alitalia: Bereit für Stellenkürzungen
Gewerkschaften versuchen
viele Arbeitsplätze zu retten
·Alitalia: Piloten für Gehaltskürzungen
Sanierungsplan sieht den Abbau von 6.000 Jobs vor
Der Chef der krisengeschüttelten italienischen Fluggesellschaft Alitalia, Giancarlo Cimoli, drängt auf eine Kapitalaufstockung Anfang 2005, die Privaten den Eintritt in die Airline garantieren soll. Die Kapitalaufstockung sei für Investitionen notwendig, die der Fluggesellschaft eine Zukunft sichern sollen, sagte Cimoli bei einem Treffen mit den Aktionären der Airline in Rom. Alitalia steht noch mit einem 62-Prozent-Anteil unter Kontrolle des italienischen Staates. Die Regierung will bis Jahresende ihren Anteil unter die 50-Prozent-Schwelle drücken.
Ein Abkommen zwischen Gewerkschaften und Alitalia-Management über den Rettungsplan, der die Kürzung von 5.000 Jobs vorsieht, sei die letzte Chance für die Fluggesellschaft, sagte Verkehrsminister Pietro Lunardi. "Wir müssen um jeden Preis zu einem Abkommen gelangen, da dieser Rettungsplan für Alitalia die letzte Chance ist und jeder weiß es", so Lunardi bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Rom.
"Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem guten Willen aller Seiten bis zum 15. September ein Abkommen finden können. Die Voraussetzungen sind vorhanden, weil wir seit Monaten daran arbeiten", meinte Lunardi. Er betonte, dass in Europa andere Fluggesellschaften in den vergangenen Jahren Stellenkürzungen durchführen mussten. "Ich sehe nicht ein, warum wir das Problem des Personalüberschusses nicht lösen können", betonte der Minister.
Verkehrsminister: "Wir sind noch in der Lage, Alitalia zu retten"
Lunardi bestritt die Vorwürfe der Gewerkschaften, denen zufolge die Regierung Alitalia in die Insolvenz treiben wolle, um ohne die Zustimmung der Arbeitnehmerorganisationen Stellenkürzungen durchführen zu können. "Ein Land wie Italien, das vor allem vom Tourismus lebt, braucht eine funktionsfähige nationale Fluggesellschaft. Wir sind noch in der Lage, Alitalia zu retten", so der Minister.
Die Gewerkschaften sind jedoch nicht so optimistisch. "Unter den jetzigen Bedingungen ist es schwierig, an eine Einigung überhaupt zu denken. Wir werden jedoch weiterhin verhandeln und für die Rettung der Arbeitsplätze kämpfen", so Guglielmo Epifani, Chef des stärksten Gewerkschaftsverbands in Italien, der CGIL. Die Pilotengewerkschaften bestätigten, dass sie vorerst auf Protestinitiativen verzichten wollen. "Es wäre Selbstmord, in dieser Phase den Flugverkehr in Italien lahm zu legen", sagte ein Pilotensprecher.
Das Alitalia-Management warnte inzwischen vor der katastrophalen Lage der Fluggesellschaft, die bis Jahresende Verluste von 398 Mio. Euro schreiben wird. 2003 waren es noch 379 Mio. Euro gewesen. Mit dem Sanierungsplan sollen im kommenden Jahr die Verluste auf 135 Mio. Euro halbiert werden, während 2006 die Gewinnschwelle wieder erreicht werden soll, berichtete Cimoli den Aktionären.
(apa)
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