VA Tech-Deal geplatzt! Siemens ließ das "Projekt Austria" endgültig sterben!
- Umfeld für freundliche Übernahme stimmte nicht
- ÖIAG bekräftigt Absicht, Kapitalerhöhung mitzumachen
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Im NEWS-Interview: "Jobs mit Siemens sicherer"
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Schüssel: "Keine Privatisierungs-Abkehr"
·Grasser: Siemens dürfte verzichten
"Auch freundliche Über-nahme auszuschließen"
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·VA Tech: Änderung des ÖIAG-Auftrags
Pühringer begrüßt die Regierungsentscheidung
·Kovats-Kritik zu den
Regierungsplänen
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·Siemens für Über- nahme der VA Tech
Betriebsratschef versteht Arbeitsplatz-Sorgen nicht
·VA Tech-Tochter: Auftrag in Rumänien
Erneuerung von zwei Hochspannungsanlagen
Nach den massiven politischen Interventionen im Übernahmepoker um den teilstaatlichen Linzer Anlagenbauer VA Tech hat sich der Siemens-Konzern jetzt endgültig aus dem "Spiel" genommen. "Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass wir das Thema noch einmal angehen", sagte Österreich-General Albert Hochleitner am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.
Für eine freundliche Übernahme habe es "keine positiven Rahmenbedingungen gegeben", damit sei das "Projekt Austria" erledigt. Die zuvor von Übernahmespekulationen hochgetriebene VA Tech-Aktie gab heute im Handelsverlauf um 2,75 Prozent auf 45,90 Euro weiter nach.
Siemens sei in der Endphase der Übernahme-Planspiele bereit gewesen, die VA Tech beinahe ganz zu übernehmen und in den eigenen Konzern "einzubauen", sagte Hochleitner. Einzige Ausnahme: die Sparte Hydro (Kraftwerksbau), die der österreichische Partner und VA Tech-Großaktionär Mirko Kovats übernehmen hätte sollen. Keinerlei reelle Substanz hätten nach Darstellung Hochleitners Befürchtungen über massive Kündigungen gehabt: "Wir hätten gar keine abgebaut - mit Ausnahme der normalen Rationalisierung, die Jahr für Jahr läuft." Und eine feindliche Übernahme (wie von Politik, Vorstand und Belegschaft der VA Tech befürchtet): "Das tut Siemens nicht."
Gescheitert seien die Übernahme-Ambitionen vor allem am Widerstand des neuen VA Tech-Konzernchefs Klaus Sernetz und daran, dass man bei Siemens erst seit Ende Juni an einem Übernahmekonzept gearbeitet habe - während Medien und Übernahmekommission, wie Hochleitner ergänzte, das Thema sehr schnell für sich entdeckt hätten. Dadurch habe Siemens auch die Politik nicht rechtzeitig über das "Projekt Austria" informieren können. Die ÖIAG war indes laut Hochleitner die ganze Zeit über das Interesse von Siemens informiert gewesen. In der Staatsholding wurde dies noch am Nachmittag postwendend dementiert.
Dass es jetzt noch einen strategischen Investor gibt, der die VA Tech übernimmt, so wie sie ist, glaubt Hochleitner nicht. Siemens sei der wohl weltweit einzige Industrie-Investor, der die VA Tech "beinahe zur Gänze" übernehmen hätte können. Nach der heutigen offiziellen Absage der Übernahmepläne für die VA Tech ist Siemens nach österreichischem Recht nun ein Jahr lang für ein Offert an die Aktionäre des oberösterreichischen Großkonzerns gesperrt.
Ungeachtet des jetzigen Rückzugs von Siemens bleibt die ÖIAG dabei, bei der geplanten Kapitalerhöhung der VA Tech mitgehen zu wollen. In der Staatsholding glaubt man damit, dem neuen Regierungsauftrag besser entsprechen zu können.
Experten hielten dazu fest, dass die Gefahr einer feindlichen Übernahme bei der VA Tech nicht gebannt sei. Nach Siemens könnten andere kommen. Die ÖIAG müsse daher bei einer Kapitalaufstockung unbedint mitziehen, sonst werde ihr 15 Prozent-Anteil verwässert und ihre Stellung als Großaktionär bei einer feindlichen Übernahme geschwächt. Finanzminister Karl-Heinz Grasser hatte am Dienstag vor Medien erklärt, dass bei einem Rückzug von Siemens ein Mitziehen der ÖIAG nicht notwendig wäre.
Dass die ÖIAG in die Tasche greifen und neue Aktien zeichnen will, werten Beobachter gleichzeitig als Kampfansage gegen VA Tech-Großaktionär Mirko Kovats (12,6 Prozent). Kovats, der in der nun mit Hochspannung erwarteten Hauptversammlung am 21. September der Kapitalerhöhung "selbstverständlich" zustimmen will, hatte zuletzt mehrfach Bedenken gegen einen solchen Schritt der ÖIAG geäußert - nicht zuletzt deshalb, um die Staatsholding weiter aus der VA Tech zu drängen. Nach den politischen Eingriffen bei der VA Tech meint der Industrielle, dass die Kapitalerhöhung vermutlich nur schwer durchzubringen sein werde. (apa)
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