Montag, 6. September 2004

Billa-Konzern unter Druck: Mitarbeiter berichten über "Redeverbot nach außen"

  • Überstunden wurden offenbar nicht immer bezahlt
  • AK: "Arbeitsdruck in diesem Konzern muss enorm sein"

Der REWE-Konzern, zu dem in Österreich Billa, Mondo, Emma, Merkur und Bipa gehören, kommt immer stärker unter Druck. Die NÖ Arbeiterkammer ortet "vielfältige Verstöße gegen das Arbeitsrecht". Billa-Mitarbeiter wandten sich schriftlich an die AKNÖ und berichteten u.a. von einem "Redeverbot nach außen".

Diesen Angaben zufolge wurden geleistete Überstunden nicht immer abgegolten. Werden keine Überstunden gemacht, droht die Rayons- Leitung, diese Mitarbeiter "auszutauschen".

Von einem "Redeverbot nach außen" berichteten Billa-Mitarbeiter mit einem Brief an die AKNÖ. Das Schreiben - laut AKNÖ-Chef Staudinger "ein einziger Hilferuf" - bezieht sich auf Medienberichte in "Zeit im Bild 2" und "profil" zu arbeitsrechtlichen Ungereimtheiten. Es heißt: "...dass die Geschäftsführung der Fa. Billa Redeverbot über den von den Medien bekannten Vorfall verhängt hat. Wir können bestätigen, dass von Mitarbeitern Überstunden geleistet werden, die aber nicht immer bezahlt werden. Werden keine unbezahlten Überstunden gemacht, wird von der Rayons-Leitung gedroht
- teilweise auch ein Exempel durchgezogen - diese Mitarbeiter auszutauschen, zu versetzen oder...einzuschüchtern."

"Wir wissen aus der Praxis, dass ständig versucht wird, die Rechte der Handelsangestellten zu kürzen. Falsche Berechnungen von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Teilzeitanstellung bei ständiger Mehrarbeit, telefonische Kündigungen während eines Krankenstandes, alle diese Übertretungen sind keine Einzelfälle", so Staudinger.

Sämtliche Beschäftigten im Handel genießen durch ihre AK- Mitgliedschaft Gratis-Rechtsschutz in arbeitsrechtlichen Fragen. Die Beratung in allen Bezirksstellen ist kostenlos und auf Wunsch anonym.
(apa)

6.9.2004 13:43