Sanierung bei Alitalia: Italienische Regierung soll Stellenabbau zustimmen
- Ohne das Geld Löhne nur mehr bis September gesichert. Alitalia-Aktie unterdessen weiterhin im Tiefflug
·Alitalia am Rande des Bankrotts!
Fluglinie braucht mind. 2 Mrd. Euro für Neubeginn
·Alitalia: Bereit für Stellenkürzungen
Gewerkschaften versuchen
viele Arbeitsplätze zu retten
·Alitalia: Piloten für Gehaltskürzungen
Sanierungsplan sieht den Abbau von 6.000 Jobs vor
Bei der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia sollen im Rahmen des Sanierungsplans 5.000 der 22.000 Stellen gestrichen werden, wie am Montagabend in Rom am Rande der Verhandlungen zur Rettung des Unternehmens bekannt wurde. Das Unternehmen muss sich mit den Gewerkschaften auf einen Sanierungsplan einigen, damit die italienische Regierung und die EU-Kommission einem Übergangskredit von 400 Millionen Euro zustimmen.
Ohne dieses Geld kann Alitalia nach eigenen Angaben die Löhne und Gehälter nur noch bis Ende September zahlen. Einzelheiten zu den Plänen von Firmenchef Giancarlo Cimoli, der schon die italienische Bahn erfolgreich sanierte und im Mai die Führung der Alitalia übernahm, waren in den vergangenen Tagen bekannt geworden. Demnach könnten der Flugbetrieb und die Dienstleistungen am Boden in zwei Unternehmen getrennt werden. Aus dem Flugbetrieb würde sich der Staat soweit wie möglich zurückziehen.
Derzeit hält der Staat 62 Prozent an Alitalia. Die Regierung hatte aber bereits angekündigt, ihre Beteiligung auf unter 50 Prozent verringern zu wollen. Der Sanierungsplan muss bis 15. September gebilligt sein.
Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte vor den Verhandlungen den Druck auf die Gewerkschaften erhöht und gedroht, das Unternehmen notfalls Konkurs gehen zu lassen, falls die Gewerkschaften dem Stellenabbau nicht zustimmten. Auch EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio hält nach eigenen Worten Entlassungen für unausweichlich.
Alitalia leidet unter dem zunehmenden Wettbewerb durch Billigflieger und wurde in diesem Frühjahr zusätzlich von einer Streikserie belastet. Das Unternehmen hatte in den vergangenen 16 Jahren nur vier Mal einen Jahresüberschuss erzielt. Allein 2003 belief sich das Minus auf 517 Millionen Euro. Die Schulden betrugen Ende Juni 1,6 Milliarden Euro. Bereits vor zwei Jahren hatte die Airline eine Milliardenspritze erhalten.
(apa)
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