Montag, 6. September 2004

Verlieren streng verboten: ÖFB-Team muss im Herbst 8 bis 10 Punkte sammeln!

  • Zum Auftakt drei Zähler gegen Aserbaidschan gefordert
  • Teamchef Krankl hofft heute auf ein schnelles Tor

Nach dem gelungenen Start in die Fußball-WM-Qualifikation mit dem 2:2 gegen England hofft Österreichs Teamchef Hans Krankl nun auf einen Sieg (20.30 Uhr/live auf networld.at) im heutigen Heimspiel gegen Aserbaidschan. Die Vorzeichen sind ganz andere, denn im Gegensatz zur Partie gegen die Insel-Kicker läuft die ÖFB-Elf diesmal als klarer Favorit ins Happel-Oval ein.

"Wir sind qualitativ besser. Aber qualitativ besser zu sein und zu gewinnen sind zwei Paar Schuhe", warnte jedoch Krankl. Sollten gegen Aserbaidschan die drei Pflichtpunkte eingefahren werden, hätte das ÖFB-Team vorerst eine gute Basis für den weiteren Qualifikations-Verlauf im Herbst geschaffen. Am 9. und am 13. Oktober beim Heimspiel gegen Polen und in Belfast gegen Nordirland müsste dann aber entsprechend nachgelegt werden.

Acht bis zehn Punkte, so lautet das Plansoll der Krankl-Elf für diesen WM-Quali-Herbst. Nach dem Unentschieden gegen Beckham und Co. sollten also noch mindesten zwei Siege und ein Unentschieden erreicht werden. Somit gilt für Österreichs Nationalmannschaft: Verlieren verboten!

Teamchef hofft auch schnelles Tor
Angesichts der erwarteten Defensiv-Taktik von Aserbaidschan hofft Teamchef Krankl auf ein schnelles Tor. "Wenn es uns nicht gelingt, könnte es sein, dass es ein Geduldspiel wird und das Tor erst spät fällt", befürchtet der 51-Jährige, der mit einer "Menschenmauer" aus Aserbaidschan-Spielern rechnet.

Auf bedingungslose Offensive will der "Goleador" allerdings nicht setzen. "Wir werden das Spiel so anlegen, um zu gewinnen. Ich bin überzeugt, dass wir ein Tor machen, aber wir müssen wahnsinnig auf die Konter aufpassen", zeigte Krankl vor dem Gegner Respekt.

"Kann sogar schlechtes Spiel in Kauf nehmen"
Dennoch müssten gegen die Kicker aus der ehemaligen sowjetischen Teilrepublik, die auf ein 3-5-2-System setzen, unbedingt drei Punkte her, sonst sei das 2:2 gegen die Engländer nichts wert. Am Ende zähle nur der Erfolg und nicht, wie er zu Stande gekommen sei. "Ich kann sogar ein schlechtes Spiel in Kauf nehmen, wenn wir gewinnen."

Im Falle eines Sieges hätte Österreich den erhofften guten Start in die WM-Qualifikation erwischt. "Aber wenn wir gewinnen, ist das nur ein kleines Steinderl auf dem Weg dorthin, wo wir hin wollen", gab Johann K. zu bedenken.

Aserbaidschan-Coach als Krankl-Idol
Am Montag nachmittag stand ein Video-Studium des Spiels Aserbaidschan - Wales (1:1) auf dem Programm, auf dem laut Krankl die Handschrift des brasilianischen Aserbaidschan-Teamchefs Carlos Alberto Torres (Krankl: "Er war als Bub ein großes Idol von mir") bereits zu erkennen sei. "Man merkt seinen Einfluss. Sie probieren das Kurzpassspiel, nur gelingt es ihnen nicht so gut wie den Brasilianern", so Krankl, der in Goalie Dmitri Kramarenko eine wichtige Stütze des Gegners sieht.

Im Vergleich zur England-Partie wird aller Voraussicht nach Roland Kollmann für Edi Glieder und der gesperrt gewesene Markus Schopp für Gernot Sick in die Anfangsformation rutschen. Sollte Rene Aufhauser, der an Adduktorenproblemen laboriert, nicht rechtzeitig fit werden, würde Markus Kiesenebner seinen Platz einnehmen. (apa/red)

6.9.2004 14:48