Sonntag, 12. September 2004

Tormannfrage stört die Hütteldorfer Idylle:
3 Einser-Goalie kämpfen ums Einser-Leiberl

  • Große Sorgen bei den Grün-Weißen aus Mattersburg:
    16. Niederlage im 16. Auswärtsmatch!

Rekordmeister Rapid Wien hat sich mit einem 2:1-Heimerfolg gegen die Admira erfolgreich für den UEFA-Cup-Schlager gegen Sporting Lissabon eingeschossen. Lediglich das Überangebot an Nummer-1-Schlussmännern (Jürgen Macho, Helge Payer, Ladislav Maier) stört nach dem fünften Saisonsieg die Hütteldorfer Idylle. Vor allem bei Payer, der sich nach dem Einriss eines Wirbelkörperhaltebandes wieder zurückgemeldet hat, macht sich langsam, aber sicher Frust breit.

Rapid-Coach Josef Hickersberger versuchte nach Schlusspfiff die drohenden Gewitterwolken gleich wieder wegzublasen. "Payer steht erst seit zwei Wochen im Training, das ist noch zu wenig. Er war vier Wochen verletzt und ist noch nicht fit genug. Wir sind in der glücklichen Lage, drei hervorragende Tormänner zu haben, wer spielt wird dann von Fall zu Fall entschieden. Macho hat gegen die Admira fehlerlos gespielt."

Der 25-jährige Payer, der auf der Tribüne saß (Macho im Tor, Maier auf der Bank), sieht seinen Fitnesszustand jedoch ein wenig anders als sein Trainer. "Ich bin hundertprozentig fit und möchte spielen." Österreichs Teamkapitän Ivanschitz, der zwecks Schonung gegen die Admira nur als "Joker" agierte, sieht die Tormann-Frage ebenfalls eher gelassen: "Alle drei sind Profis durch und durch. Ich gehe davon aus, dass es keinen Streit geben wird."

Nur 9.700 Zuschauer
Mit 9.700 Fans kamen erstmals in dieser Saison weniger als 10.000 ins Hanappi-Stadion, sie sahen trotz des Sieges einen in der Schlussphase rasend wütenden Hickersberger. Grund dafür war ein übles Foul von Matyus an Dosek, das Schiri Plautz nur mit Gelb ahndete.

"Das war versuchte Körperverletzung, ein versuchter Schien- und Wadenbeinbruch", ärgerte sich "Hicke", der auf die Tribüne verbannt wurde. Am Sonntag brach der Ex-ÖFB-Teamchef mit dem Portugal-Experten Hermann Stessl (Ex-Coach von FC Porto und Boavista Porto) zwecks Spionage zur Partie Vitoria Setubal gegen Sporting auf.

Bregenz kann noch siegen
Die Rolle des Prügelknaben abgelegt hat in der 8. Runde SW Bregenz. Mit einem Last-Minute-Tor von Jakomin (93.) gelang gegen Mattersburg mit 2:1 der viel umjubelte erste Saisonerfolg. "Endlich war das Glück auf unserer Seite", atmete Bregenz-Coach Regi van Acker auf. Der gewohnte Auswärtsfrust herrschte hingegen beim SVM, die Burgenländer haben bereits 16 Auswärtsspiele in Folge verloren. Der bis dato letzte Auswärtspunkt gelang am 19. Oktober 2003 beim 2:1 in Kärnten.

Späte Tore gegen Mattersburg sind mittlerweile Bregenzer Tradition. In den bisher letzten vier Begegnungen (2:1/Jakomin 93., 3:2/Klausz 88., 1:1/Berchtold 94., 2:1/Mravac 91. Eigentor) gelang jeweils im Finish ein entscheidender Treffer.

Spiele dauern oft länger als 90 Minuten
Das Glück erzwungen hat Aufsteiger Wacker Tirol, der nach dem 2:1 gegen Pasching 18 Meisterschaftsheimspiele in Folge ungeschlagen ist. "Die Mannschaft hat toll gekämpft und wurde schließlich dafür auch belohnt", freute sich Trainer Helmut Kraft über die späten Tore von Eder und Mair (Elfmeter) nach 0:1-Rückstand. "Das war das Glück des Tüchtigen", meinte Eder, der per Kopf für das 1:1 gesorgt hatte und sich über einen Sieg über seine Vorbilder von einst (Baur, Kirchler, ...) freute: "Auf dem Platz gibt es keine Vorbilder mehr, da wird gebissen und gekratzt."

Salzburg mit Mühe zum Sieg
Ebenfalls über den Kampf zum Sieg kam Salzburg zu Hause gegen Sturm Graz (1:0). Die Gäste aus der Steiermark setzten mit Verlaat (36) und Silvestre (37) auf eine zusammen 73-jährige Defensivachse, mussten jedoch den entscheidenden Gegentreffer durch Villar hinnehmen. "Unser Kampf wurde belohnt", so Salzburg-Coach Peter Assion, während die Fans bereits "Wir werden Meister" anstimmten. Gäste-Trainer Michael Petrovic war am Boden zerstört: "Wir schießen vorne keine Tore und kriegen hinten billige Treffer. Salzburg hat glücklich gewonnen."

Auswärts-Negativserie des SV Mattersburg: 16 Spiele, 16 Niederlagen, 8:43 Tore

Saison 2004/2005

  • 11. September 2004: Bregenz - Mattersburg 2:1
  • 21. August 2004: Rapid - Mattersburg 3:0
  • 7. August 2004: Admira - Mattersburg 3:1
  • 14. Juli 2004: Sturm Graz - Mattersburg 3:1

    Saison 2003/2004
  • 20. Mai 2004: Pasching - Mattersburg 4:0
  • 8. Mai 2004: Kärnten - Mattersburg 5:1
  • 24. April 2004: Bregenz - Mattersburg 3:2
  • 17. April 2004: GAK - Mattersburg 1:0
  • 7. April 2004: Rapid - Mattersburg 2:0
  • 27. März 2004: Salzburg - Mattersburg 1:0
  • 17. März 2004: Austria - Mattersburg 1:0
  • 7. März 2004: Sturm - Mattersburg 4:0
  • 6. Dezember 2003: Admira - Mattersburg 2:0
  • 23. November 2003: Salzburg - Mattersburg 4:0
  • 1. November 2003: Rapid - Mattersburg 3:1
  • 29. Oktober 2003: Bregenz - Mattersburg 2:1

    Bis dato letzter Auswärtssieg
    19. Oktober 2003: Kärnten - Mattersburg 1:2

    (apa/red)

    12.9.2004 13:33