FIA-Boss Max Mosley droht F1-Teams: Gibt
es keine Einigung, bestimmt FIA neue Regel
- Drei Regelpakete liegen den Teams zur Auswahl vor
- Formel-1 soll mit neuen Bestimmungen billiger werden
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Franzose ab 2005 für zwei Jahre Testpilot bei Toyota
Max Mosley macht ernst. Weil sich die zehn Formel-1-Teams noch immer nicht über das neue Reglement einig sind, hat der Boss des internationalen Motorsport-Verbandes FIA eine Frist von 45 Tagen gesetzt. Ansonst gibt die FIA die Regeln vor, die die Formel 1 langsamer, sicherer, und billiger machen sollen.
Mosley hat den Teams ein Regelpaket mit drei Auswahlmöglichkeiten vorgelegt. Bei allen sind sich die Teams offensichtlich bezüglich Aerodynamik (reduziert) und Reifen (nur noch zwei Sätze pro Wochenende) einig, es spießt sich freilich an der neuen Motorenregelung. Ab 2005 müssen die Triebwerke bekanntlich zwei Wochenenden halten, wichtiger ist Mosley aber der baldige Wechsel von V10/3-Liter- zu V8/2,4-Liter-Motoren.
F1 soll günstiger werden
Denn das würde die Formel 1 deutlich günstiger machen, so Mosley. Genau das bezweifeln aber einige Teams. Vornehmlich Williams-Partner BMW, Mercedes (McLaren) und Toyota, die um viel Geld die aktuellen und rund 900 PS starken V-10Motoren entwickelt haben. Diese drei Teams stellen sich auch vehement gegen die Mosley-Pläne.
Der Brite will sein Programm aber durchziehen und verspricht sich davon sogar eine Aufstockung der momentan auf zehn Teams geschrumpften Formel-1-WM. "Glaubt man, was so geredet wird, könnten schlimmsten Falles zwei Teams abspringen. Ich kenne aber zumindest vier Interessenten, die mit den 48 Mio. Dollar Einstiegsgebühr kein Problem hätten. Alles was sie benötigten, sind konkurrenzfähige Motoren", sagte Mosley in Monza.
Einstimmige Einigung notwendig
Pferdefuß ist derzeit noch das Concorde-Abkommen in der Formel 1, denn dieses bedingt eine Einstimmigkeit unter den Teams. Das Abkommen läuft aber 2007 aus und Mosley machte in Italien bereits klar: "Ein Sport ist unführbar, wenn sich alle Teams einig sein müssen. Was immer es nach 2007 für Vereinbarungen geben wird, in dieser Form sicher nicht mehr."
Wenigstens in einer Beziehung haben sich die Teams aber geeinigt, um die in letzter Zeit so häufig aufgetretenen und gefährlichen Reifenplatzer zu reduzieren. Schon 2005 kann das ganze Feld nach einem Unfall hinter dem Pace Car gestoppt werden. Die Uhr läuft weiter, aber während sich die Teams um die stehenden Autos kümmern, kann die Strecke vernünftig gereinigt werden. Hintergrund ist, dass geborstene und scharfkantige Fiberkarbon-Teile zuletzt immer wieder Reifenschäden verursacht haben. Die Teams werden außerdem künftig kritische Teile wie Frontflügel usw. mit möglichst bruchsicheren Materialien überziehen.
(apa)
