Sonntag, 3. Oktober 2004

Müssen wir um Austragung der EURO'08 bangen? UEFA droht mit Entzug der Spiele

  • Andere Länder könnten uns Austragung streitig machen
  • Grund sind die Probleme mit dem Zürcher Stadion

In der Schweiz, gemeinsam mit Österreich Veranstalter der Fußball-Europameisterschaft 2008, sind derzeit die Stadien-Problematik in Zürich und mangelnde Sicherheitsgarantien ein unliebsames Thema. Laut Medienberichten stellte die UEFA der Schweiz "ein Ultimatum und droht unverhohlen damit, dass andere Länder der Schweiz und Österreich die Austragung der EM 2008 streitig machen könnten".

In einem 'vertraulichen und privaten' Brief äußern sich UEFA-Präsident Lennart Johansson und UEFA-Generalsekretär Lars-Christer Olsson 'sehr enttäuscht' darüber, dass das neue Hardturm-Stadion in Zürich für die Euro 2008 nicht zur Verfügung steht und bis heute keine andere Lösung präsentiert worden sei. Gerichtet ist das Schreiben an den Präsidenten des Schweizerischen Fußballverbandes Ralph Zloczower und seinen österreichischen Amtskollegen Friedrich Stickler, so die "SonntagsZeitung".

UEFA pocht auf acht Stadien
Die UEFA pocht darauf, dass es eine Hauptbedingung im Bewerbungsverfahren war, dass die Schweiz und Österreich rechtzeitig acht Stadien bereitstellen. Zur Zeit sind es nur sieben. "Die UEFA, so drohen jetzt Johansson und Olsson, könnte vor die Situation gestellt werden, dass unterlegene Kandidaten den Entscheid, die Euro 2008 an Österreich und die Schweiz zu vergeben, anfechten könnten."

Für ÖFB-Generalsekretär und Ex-Turnierdirektor Alfred Ludwig ist dies die "gleiche alte Geschichte wie Mitte September". Damals war von der UEFA in einer Aussendung nach einer zweitägigen Sitzung des Exekutiv-Komitees ein stärkerer Einsatz der Behörden für die EM gefordert worden. "Bei uns ist mit vier Stadien alles klar. Das Problem des achten Stadions in Zürich ist existent, aber sonst ist in beiden Ländern alles auf Schiene. Wir hatten erst am 30. September ein Meeting der Turnier-Direktoren in Wien und liegen voll im Plan", so Ludwig.

Noch keine Verträge mit übrigen sieben Stadien
Laut "SonntagsZeitung" kritisiert die UEFA weiters, dass die Organisatoren noch keine unterschriebenen Verträge mit den übrigen sieben Stadien vorlegen können. Es wird gefordert, dies bis zum 30. November nachzuholen. Dazu ÖFB-"General" Ludwig: "Wien ist unterschriftsreif, in Salzburg alles auf Kurs, in Klagenfurt gibt es eine Fristverlängerung und in Innsbruck warten wir."

Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen
Enttäuscht sei die UEFA auch über die "ungenügende Unterstützung von politischer Seite", schreibt die "SonntagsZeitung". Vor allem die Schweiz habe zur Gewährleistung der Sicherheit um die Stadien einen "völlig ungenügenden Betrag" bereitgestellt. Budgetiert sind 3,5 Millionen Franken, realistisch wären mindestens 10 Millionen mehr. "Beim Thema Sicherheit ist bei uns alles o.k.", nimmt Alfred Ludwig zur Situation in Österreich Stellung. Es stehe ihm nicht zu, den "Ehe-Partner" Schweiz zu kritisieren. "Die Schweizer haben sich auch sehr fair verhalten, als wir mit dem Stadion in Klagenfurt Probleme hatten."

Schweizer beruhigen
Christian Mutschler, der Schweizer Turnierdirektor des SFV, bezeichnete den Brief der UEFA als "ein politisches Schreiben." Das müsse die UEFA so machen, weil sie die EM auf Grund der Dossiers an die Schweiz und Österreich vergeben habe. "Wir liegen im Zeitplan, deshalb ist für mich die EM nicht in Gefahr", sagte Mutschler.

(apa)

3.10.2004 19:54