Putin will an Tschetschenien-Politik fest- halten: Keine Gespräche mit Seperatisten!
- "Warum sollten wir Kindermördern sprechen?"
- Putin gegen öffentliche Untersuchung der Geiselnahme
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Experte: Erstürmung der Schule in Beslan geplant
Wladimir Putin will in seiner Tschetschenien-Politik auch nach der Geiselnahme in Beslan hart bleiben. Der russische Präsident hat Kritik westlicher Staaten an seiner Vorgangsweise scharf zurückgewiesen. Er lehne Gespräche mit tschetschenischen Separatisten ab, bekräftigte Putin in der britischen Zeitung "Guardian" (Dienstag-Ausgabe). Eine öffentliche Untersuchung des Geisel-Dramas kommt für das russische Staatsoberhaupt nicht in Frage, stattdessen solle es "interne Ermittlungen" geben.
"Warum treffen Sie nicht Osama bin Laden, bitten ihn nach Brüssel oder ins Weiße Haus und nehmen Gespräche auf, fragen ihn, was er denn möchte und geben es ihm, damit er Sie in Frieden lässt", sagte Putin unter Bezugnahme auf westliche Staaten. Auch Forderungen nach einer öffentlichen Untersuchung der gewaltsamen Geiselbefreiung in Nord-Ossetien, bei der mehr als 330 Menschen getötet wurden, wies Putin zurück.
"Warum mit Kindermördern sprechen?"
"Sie halten es für möglich, im Umgang mit diesen Bastarden Grenzen zu setzen", sagte Putin am Montagabend vor ausländischen Journalisten und Akademikern in Zusammenhang mit Bin Laden und seiner El-Kaida-Organisation. "Warum also sollten wir mit Leuten sprechen, die Kindermörder sind?" Die russischen Behörden hatten die Geiselnahme mit El Kaida in Verbindung gebracht.
Der niederländische EU-Ratspräsident Bernard Bot hatte von der russischen Regierung eine Erklärung des gewaltsamen Endes der Geiselnahme in Beslan verlangt. Frankreich forderte eine Erläuterung der harten Politik Russlands gegenüber Tschetschenien, das nach Unabhängigkeit strebt. Menschenrechtsgruppen argumentieren, dass die unnachgiebige Politik Putins, der Verhandlungen mit tschetschenischen Separatisten stets abgelehnt hat, sowohl bei Rebellen als auch bei russischen Soldaten die Feindseligkeiten habe eskalieren lassen.
Putin gegen parlamentarische Untersuchung
Putin sagte, er werde interne Ermittlungen zur Geiselnahme vornehmen lassen. "Ich will eine Chronik der Ereignisse und herausfinden, wer verantwortlich ist und gegebenenfalls bestraft wird", sagte der Präsident. Eine parlamentarische Untersuchung lehnte er dagegen ab, da sie zu einer "Polit-Show" werden könne.
Putin kündigte zudem an, er werde den Kurs seiner Politik im Nordkaukasus nicht ändern. Die tschetschenischen Rebellen dürften keine Chance bekommen, die Macht zu übernehmen. "Stellen Sie sich nur einmal vor, Leute, die Kindern in den Rücken schießen, kämen irgendwo auf unserer Welt an die Macht. Fragen Sie sich das einfach selbst, und dann werden Sie keine Fragen mehr zu unserer Politik in Tschetschenien haben."
(apa/red)
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