Sonntag, 12. September 2004

Wieder schwere Kämpfe in Bagdad: 17 Todesopfer, 45 Menschen verletzt

  • US-Helikopter feuerten Raketen in Menschenmenge
  • Schwere Gefechte nach Autobomben-Explosion

Bei schweren Kämpfen zwischen US-Soldaten und Aufständischen in Bagdad sind am Sonntagmorgen 17 Menschen getötet worden, 45 Personen wurden verletzt. Im Zentrum der irakischen Hauptstadt stand ein amerikanischer Panzer in Flammen. Zwei US-Kampfhubschrauber feuerten Raketen auf eine jubelnde Menschenmenge, die in der Nähe des Panzers stand. Danach waren mehrere Leichen auf der Straße zu sehen. Unter den Toten befanden sich ein zwölfjähriger Bub und zwei Polizisten.

In der sunnitischen Widerstandshochburg Ramadi, 100 Kilometer westlich von Bagdad, griffen die Rebellen an mehreren Stellen US-Verbände an, berichteten Augenzeugen. Bei einer der Attacken wurden zwei US-Jeeps in Brand gesetzt. Nach Polizeiangaben wurden bei US-Bombardements zehn Zivilisten getötet oder verletzt.

Heftige Kämpfe brachen im Morgengrauen auch im Zentrum von Bagdad aus. Dabei wurden nach neueren Angaben 17 Menschen getötet und 45 verletzt, teilte das Gesundheitsministerium in der irakischen Hauptstadt mit. Augenzeugen berichteten von Maschinengewehrfeuer und Explosionen. Über der Kampfzone in der Haifa-Straße kreisten US-Hubschrauber. Fernsehbilder zeigten einen brennenden US-Schützenpanzer. Die Wohngebiete entlang der Haifa-Straße gelten als notorische Widerstandsnester.

Bei der Explosion einer Autobombe im Westen von Bagdad starben Sonntag in der Früh ein Oberst der irakischen Polizei und zwei Passanten. Dies berichtete der arabische Fernsehsender Al Arabiya.

In einer im Internet verbreiteten Erklärung, die von dem Moslem-Extremisten Abu Mussab al-Zarqawi stammen soll, wird dem irakischen Ministerpräsident Iyad Allawi mit der Ermordung gedroht. "Wir werden sicherstellen, dass der Verräter Allawi bekommt, was er verdient", ist ein Mann auf einem im Internet verbreiteten Tonband zu hören. Bei der Stimme soll es sich um die Al-Zarqawis handeln. "Rechne mit dem Todesengel, gerade dann wenn Du dich mit deinen idiotischen Freunden in der Regierung sicher fühlst."

In der Botschaft hetzt Al-Zarqawi außerdem gegen die irakischen Kurden und Schiiten. Ihnen wirft er vor, sie hätten eine "teuflische Koalition" gebildet mit "den Amerikanern, die das Kreuz tragen". Ziel dieser Koalition sei es, die sunnitischen Moslems zu bekämpfen. Die Moslems in aller Welt werden aufgerufen, sich Al-Zarqawis Extremistengruppe "Al Tawhid wa Al Jihad" anzuschließen.

(apa/red)

12.9.2004 07:54