Nordkoreas Erklärung für gewaltige Explosion: Berg in die Luft gesprengt
- Außenminister Paek reagiert auf britische Anfrage
- Westliche Diplomaten dürfen Stelle besichtigen
·Nordkorea sagt Atom-Gespräche ab
Bush "politischer Idiot, der
Hitler in den Schatten stellt"
·200 Nordkoreaner flüchten nach Süden
Seoul wird weitere 200 Überläufer aufnehmen
·USA spenden Nord- korea Lebensmittel!
Pjöngjang läßt vermehrt Kontrollbesuche zu
Nordkorea hat die gewaltige Explosion vom Donnerstag mit der Sprengung eines Berges begründet. Außenminister Paek Nam Sun sagte einem britischen Diplomaten in Pjöngjang, die Detonation stünde in Zusammenhang mit einem Wasserkraftprojekt. Er trat damit Spekulationen entgegen, bei der Explosion in der Provinz Ryanggang an der Grenze zu China könne sich um einen Atomwaffentest gehandelt haben. Japans Außenministerin Yoriko Kawaguchi äußerte sich indes optimistisch, dass neue Atomgespräche mit Nordkorea wie geplant vor Ende September stattfinden können.
Der Staatssekretär im britischen Außenministerium, Bill Rammell, hatte Paek während eines Besuchs in der nordkoreanischen Hauptstadt um eine Erklärung für die Explosion gebeten. Im Rundfunksender BBC berichtete Rammell am Montag, Paek habe ihm gesagt, es habe sich weder um einen Unfall noch um eine atomare Explosion gehandelt, sondern um die absichtliche Sprengung eines Berges als Teil eines Wasserkraftprojekts. Auch die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, bei der Explosion habe es sich dem nordkoreanischen Außenministerium zufolge um Vorbereitungen für den Bau eines Kraftwerks gehandelt.
"Alle ausländischen Journalisten Lügner"
Westliche Diplomaten dürfen in Nordkorea den Ort der Explosion besuchen, die am Wochenende Spekulationen über einen heimlichen Atomtest ausgelöst hatte. "Ich habe den stellvertretenden Außenminister (Nordkoreas) heute Morgen gefragt, ob es unserem Botschafter und anderen Botschaftern erlaubt ist, den Ort der Explosion zu besichtigen. Ich bin sehr erfreut, dass Nordkorea zugestimmt hat," sagte am Montag der britische Staatssekretär im Außenministerium, Bill Rammell, auf seinem Rückflug aus Pjöngjang zu mitreisenden Reportern. Auf die Frage, warum sich die nordkoreanische Regierung nicht früher geäußert habe, habe Paek dem britischen Gast geantwortet, alle ausländischen Journalisten seien Lügner, berichtete die BBC.
Prüfung des Kraftwerk-Baus durch Südkorea
Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap hatte am Sonntag gemeldet, in der Provinz Yanggang sei am vergangenen Donnerstag ein Rauchpilz mit einem Durchmesser von nahezu vier Kilometern aufgestiegen. Der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Chung Dong Young sagte am Montag, die Rauchwolke sei auf Satellitenbildern zu sehen. Allerdings sei es zum Zeitpunkt der Aufnahmen bewölkt gewesen, so dass die Ursache kaum auszumachen sei. "Wir werden genau prüfen, ob in der Gegend ein Wasserkraftwerk gebaut wird", sagte Chen vor dem Parlament in Seoul.
Atomtest eher unwahrscheinlich
Am 7. Mai hatte die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtet, dass in Ryanggang der Bau eines Wasserkraftwerks begonnen habe. Das Werk soll im Verwaltungskreis Samsu entstehen, das allerdings nach südkoreanischen Berichten 75 Kilometer von dem Bezirk Kimhyeongjik entfernt liegt, wo der Berg weg gesprengt worden sein soll.
Sowohl die USA als auch Südkorea haben bereits erklärt, sie hielten es für unwahrscheinlich, dass Nordkorea am Donnerstag - dem 56. Jahrestag der Staatsgründung - einen Atomwaffentest durchgeführt habe. Die Nordkoreaner "wissen, dass das kein vernünftiger Schritt wäre", sagte US-Außenminister Colin Powell am Sonntag im Fernsehsender Fox News. (apa)
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