Freitag, 10. September 2004

Drei Jahre nach dem 11.September 2001: USA gedenken der Terroranschläge

  • Türme werden mit Scheinwerfern symbolisch errichtet
  • Präsident Bush bei Gedenkfeier in Washington

Weltweites Gedenken an die Anschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington. Fast 3000 Menschen waren damals ums Leben gekommen. Präsident Bush erinnerte in Washington "an die Tragödie dieses Tages" und schwor sein Land zugleich auf einen langen Kampf gegen den Terror ein.

Der Welt drohe eine neue Tragödie, falls die USA in diesem Jahrzehnt "Unsicherheit und Schwäche" zeigten, sagte Bush. Auch andere Politiker riefen zur Härte auf. Der deutsche Außenminister Joschka Fischer mahnte, im Kampf gegen den Terror das Völkerrecht zu achten. Arabische Staaten machten die USA für den Terror verantwortlich.

Vier Schweigeminuten am Ground Zero
Am New Yorker Ground Zero wurde mit vier Schweigeminuten der Flugzeuganschläge auf das World Trade Center gedacht - jeweils um die Uhrzeit, an der vor drei Jahren die vier entführten Flugzeuge in New York, Washington und Pennsylvania zerschellten. Angehörige der Opfer verlasen die Namen der 2749 Todesopfer. Am Abend sollten mit Schweinwerfern die beiden zerstörten Türme symbolisch wieder errichtet werden. Bush nahm mit seiner Ehefrau Laura an einer Gedenkmesse in Washington teil. Das Paar hielt auf dem Rasen vor dem Weißen Haus eine Schweigeminute ein.

Bushs demokratischer Herausforderer John Kerry wollte in seiner Heimatstadt Boston an einem Gottesdienst teilnehmen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sollte auf dem Nationalfriedhof in Airlington einen Kranz für die 184 Opfer des Anschlags auf das Pentagon niederlegen. Auch die europäischen Finanzminister legten bei ihrem Treffen im niederländischen Scheveningen eine Schweigeminute ein.

Bush sagte am Freitag bei einem Wahlkampfauftritt in Huntington, die US-Präsidentschaftwahl am 2. November werde darüber entscheiden, wie die Vereinigten Staaten mit der fortdauernden Bedrohung durch den Terror umgingen. Rumsfeld betonte, die Welt müsse sich auf einen Kalten Krieg mit moslemischen Extremisten einstellen. Der Kampf gegen den Terrorismus sei "etwas, was Zeit braucht. Die Menschen werden standhaft sein müssen", sagte Rumsfeld. Kerry sagte in einer Radioansprache, im Angesicht der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus werde "die Freiheit siegen".

Der Terrorismus werde die Welt "wahrscheinlich über Jahrzehnte in Atem halten", sagte Fischer der "Bild am Sonntag". Im Kampf gegen die Terroristen dürften allerdings niemals Grundwerte wie das Völkerrecht in Frage gestellt werden. Der EU-Justizkommissar Antonio Vitorino betonte, die EU sei in den vergangenen drei Jahren "besser vorbereitet" auf die Verhinderung von Attentaten.

Papst betet für Ende der "Plage des Terrorismus"
Papst Johannes Paul II. bekundete in einer Ansprache vor US-Bischöfen in Rom dem amerikanischen Volk seine Verbundenheit. Er bete für ein Ende der "Plage des Terrorismus" und für eine "Zivilisation der Liebe", sagte der Papst laut Kathpress am Samstag. Kurienkardinal Robert Tucci rückte die islamistischen Terroristen in ungewohnt scharfen Worten in die Nähe des Nazi-Terrors und sprach sich für einen "unerbittlichen Kampf" gegen den Terrorismus aus, "ohne Gewissensbisse, ohne Wenn und Aber".
(apa/red)


(apa/red)

10.9.2004 22:34