Reaktion auf Beslan: Moskau erwägt Wiedereinführung der Todesstrafe
- Medien-Berichterstattung über Geiseldrama in Beslan offenbar massiv behindert
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TV-Sender zeigt Bilder des russischen Geiseldramas
Als Reaktion auf das Geiseldrama von Beslan werden in Russland eine Reihe von Maßnahmen erwogen, darunter ein Terrorwarnsystem, schärfere Kontrollen von Ausländern und die Wiedereinführung der Vollstreckung der Todesstrafe. Wenn sich das Parlament nach der Sommerpause damit befasse, schließe er nicht aus, dass die Todesstrafe für Terroristen zugelassen werde, sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Wiktor Sawarsin, am Freitag.
Russland hatte nach dem Beitritt zum Europarat 1996 ein Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe verhängt. Nach einem tödlichen Bombenanschlag auf die Moskauer U-Bahn zu Jahresbeginn hatte sich der Ultranationalist Wladimir Schirinowski für einen Austritt aus dem Europarat ausgesprochen, um in Russland wieder Todesurteile vollstrecken zu können.
Die Hinweise, dass Moskau eine unabhängige Berichterstattung über die Geiselnahme massiv behinderte, haben sich weiter verdichtet. So soll die georgische Journalistin Nana Laschawa von den Behörden mit Beruhigungsmitteln außer Gefecht gesetzt worden sein, nachdem sie am vergangenen Freitag in Beslan eingetroffen war. "In ihrem Urin wurden Spuren von Tranquilizern entdeckt", sagte Gela Leschawa, Direktor eines medizinischen Forschungslabors in Tiflis. Die Journalistin hatte berichtet, sie habe in einer Arrestzelle Kaffee bekommen. Auch die bekannte russische Journalistin Anna Politkowskaja soll auf ihrem Flug nach Beslan vergiftete Getränke bekommen haben. Die Organisation Reporter ohne Grenzen fordert eine Untersuchung der Vorfälle. (apa)
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