Hurrikan "Ivan" wütet weiter in den USA: Sturm forderte bereits 39 Opfer!
- Westflorida: Mangel an Grundnahrungsmitteln
- PLUS: Die BILDER der schrecklichen Verwüstungen
·BILDER: "Jeanne" sorgt für Schrecken
Hunderte Tote und Über- flutungen in Karibik & USA
·Florida: "Frances" forderte 18 Opfer
Schlimme Schäden bei der
NASA in Cape Canaveral
US-Präsident George W. Bush hat am Sonntag die von Hurrikan "Ivan" besonders schwer betroffenen Gebiete in Westflorida und Alabama am Golf von Mexiko besucht. Zu Fuß und per Helikopter verschaffte er sich ein Bild von der Lage.
"Haltet durch", rief er während seiner Tour einer Gruppe von Hurrikan-Geschädigten in Pensacola (Florida) tröstend zu. In einer kurzen Rede dankte Bush den Rettungs- und Aufräummannschaften und versicherte der Bevölkerung: "Ich bete für euch. Möge Gott euch segnen."
"Ivan" forderte bisher 39 Opfer
Wirbelsturm "Ivan" wütet weiter in den USA und wird immer tödlicher. Nach Medienberichten vom Samstag stieg die Zahl der Todesopfer im amerikanischen Osten inzwischen auf 39. "Ivan" ist damit noch verheerender als "Floyd", der die USA 1999 heimgesucht hatte.
Zwar ist "Ivan", der die US-Golfküste am Donnerstag als mächtiger Hurrikan erreicht hatte, seit Freitag nur noch ein tropisches Tiefdruckgebiet. Aber auch in dieser abgeschwächten Form richtete er auf seinem Zug in Richtung Neuengland zum Teil schwere Verwüstungen an. Mit heftigen Regenfällen setzte der Sturm Gebiete in nunmehr neun US-Bundesstaaten bis hinauf nach West Virginia und den Großraum Washington unter Wasser. Erdrutsche rissen allein in North Carolina 30 Häuser mit sich. Acht Einwohner konnten nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden.
Dutzende von "Ivan" ausgelöste Tornados schlugen weitere Schneisen der Zerstörung. Allein in Virginia wurden neun "Twister" gezählt. Das Ausmaß der Zerstörung durch die Stürme und den Regen ist hier so groß, dass der Gouverneur des Bundesstaates den Notstand ausrief. Ein Tornado wirbelte auch in der Nähe des Internationalen Flughafens der Bundeshauptstadt Washington.
In North Carolina, West Virginia und Pennsylvania wurden fast 500.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Insgesamt hinterließ "Ivan" seit Freitag auf einer Strecke von mehr als 1.000 Kilometern zwischen South Carolina und den Neuengland-Staaten seine Spuren. In allen vom Sturm betroffenen Staaten waren am Samstag fast zwei Millionen Einwohner ohne Elektrizität.
Besonders aber im Südosten der USA wird das Ausmaß der Zerstörungen durch "Ivan" immer deutlicher. In Florida kamen am Freitag (Ortszeit) erneut drei Menschen ums Leben, als eine Flutwelle plötzlich an Land rollte und ein Haus mit sich riss. Die Einwohner saßen gerade vor dem Fernseher, als das Unglück über sie hereinbrach. Unter den Opfern sind ein vierjähriges Mädchen und eine schwangere Frau.
Inzwischen mangelt es in den Katastrophengebieten in Westflorida an Grundnahrungsmitteln. Gouverneur Jeb Bush schickte fast 2000 Nationalgardisten, die Versorgungsgüter austeilten.
Fassungslos sind auch die Menschen in Alabama angesichts des Ausmaßes der Unwetterkatastrophe. So muss die Landkarte für Gulf Shores bei Mobile, wo der Hurrikan das Land erreicht hatte, neu gezeichnet werden. "Ivan" riss hier fast eineinhalb Kilometer Küste hinweg. Im regendurchweichten Georgia erlitten Erdnuss- und Baumwollfarmer vernichtende Einbußen.
Tropensturm "Jeanne" erreicht die Bahamas
Der Tropensturm "Jeanne" hat am Samstag den Süden der Bahamas erreicht. Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 85 Kilometern pro Stunde bewegte sich das Zentrum des Sturms in nord-nordwestliche Richtung, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. "Jeanne" werde noch an Stärke zunehmen, warnte das Hurrikanzentrum. In der Dominikanischen Republik kamen durch "Jeanne" bereits vier Menschen, in Puerto Rico zwei Menschen ums Leben. Mehrere tausend Bewohner im Norden und Nordwesten der Dominikanischen Republik hatten ihre Häuser verlassen müssen. US-Präsident George W. Bush erklärte Puerto Rico am Samstag zum Notstandsgebiet.
Im Süden der USA wurden die Aufräumarbeiten fortgesetzt. "Jeannes" Vorgänger, der Hurrikan "Ivan", hatte dort eine Schneise der Verwüstung gezogen. Mindestens 35 Menschen in den USA und weitere 70 Menschen in der Karibik kamen ums Leben. (apa)
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