Donnerstag, 9. September 2004

Größte Militäroperation Israels seit Monaten: Hamas-Anführer getötet!

  • Aziz im nördlichen Gazastreifen von Granate getroffen

Israels Armee hat am Freitag erneut das Flüchtlingslager Jabaliya im Gazastreifen angegriffen und dabei einen Kommandanten der Hamas getötet. Bei der seit Monaten größten Militäroperation Israels im nördlichen Gazastreifen sei der 35- jährige Abdel Aziz Al-Ashkar getötet worden, erklärte die Hamas. Er habe eine Rakete abfeuern wollen, als er von einer Panzergranate getroffen worden sei.

Bei einem Hubschrauberangriff wurden zudem drei Palästinenser verletzt. Wenige Tage vor dem jüdischen Neujahrsfest riegelte die israelische Armee die Palästinensergebiete komplett ab und begründete den umstrittenen Schritt mit Sicherheitserfordernissen.

Die israelische Armee hatte am Mittwoch, nur wenige Tage nach den Selbstmordanschlägen der Hamas im südisraelischen Beersheba, mit ihrer breit angelegten Militäraktion im Gaza-Streifen begonnen. Mindestens sechs Palästinenser - darunter ein Neunjähriger - sind bisher bei den Angriffen getötet worden. Mehr als 70 Menschen wurden in den vergangenen Tagen verletzt. Jabaliya ist mit rund 100.000 Bewohnern das größte Lager im Gaza-Streifen und gilt als Hochburg palästinensischer Extremisten. Israel will mit dem Militärvorstoß nach eigener Darstellung Angriffe der Palästinenser mit selbst gefertigten Raketen unterbinden, die Bauernhöfe und Siedlungen im Süden Israels treffen könnten.

Die Abriegelung von Palästinenser-Gebieten vor hohen jüdischen Feiertagen ist seit Beginn des Palästinenser-Aufstands vor rund vier Jahren praktisch schon zur Routine geworden. Die Palästinenser- Regierung hat diese Beschränkung der bereits durch andere Maßnahmen eingeschränkten Bewegungsfreiheit der palästinensischen Bevölkerung wiederholt als unzulässige "Kollektivstrafe" kritisiert. Das Neujahrsfest der Juden beginnt kommenden Mittwoch und dauert bis Freitagabend. (apa)

9.9.2004 22:59