Donnerstag, 9. September 2004

Sprengstoff gefunden: Anschlag auf Kino in St. Petersburg verhindert?

  • Rebellen setzen 20 Mio. Dollar Kopfgeld auf Putin aus
  • Plus: Terroristen drehten Video im Turnsaal - BILDER!

Die russische Polizei hat offenbar Sprengstoff, Zünder und ein Jagdgewehr mit Munition in einem Kino in Sankt Petersburg gefunden, das wegen Renovierung geschlossen ist. Der Fund umfasse unter anderem 900 Gramm Plastiksprengstoff und 200 Gramm Dynamit, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag einen Sprecher des russischen Innenministeriums.

Russland befindet sich nach einer Reihe von Anschlägen, die tschetschenischen Separatisten zugeschrieben werden, derzeit in erhöhter Alarmbereitschaft. Auch beim Geiseldrama in der Schule in Beslan sollen die Waffen schon vorab bei einem Umbau ins Gebäude gebracht worden sein.

Kopfgeld auf Putin ausgesetzt
"Wie du mir, so ich dir": Tschetschenische Rebellen haben am Donnerstag ein Kopfgeld von 20 Millionen Dollar (16,6 Mill. Euro) auf die Ergreifung des russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgesetzt. Sie reagierten damit auf von Russland in Aussicht gestellte Kopfprämien in Höhe von 300 Millionen Rubel (8,49 Mill. Euro) für die Rebellenführer Aslan Maschadow und Schamil Bassajew.

"Wir bieten Ländern, Organisationen oder Einzelpersonen, die der Republik Tschetschenien aktiv dabei helfen, den Kriegsverbrecher Wladimir Wladimirowitsch Putin zu ergreifen, eine Belohnung von 20 Millionen Dollar", hieß es in einer auf einer Internetseite der Rebellen veröffentlichten Mitteilung. Unterzeichnet war diese vom "Zentrum für Terrorismus-Bekämpfung der Republik Tschetschenien", das zur von Russland nicht anerkannten Regierung Maschadows gehört.

Die Rebellen warfen Putin darin vor, einen Krieg gegen Tschetschenien zu führen. Sie machen ihn auch für die Geiselnahme in einer Schule in Beslan verantwortlich, bei der vergangene Woche rund 330 Menschen starben. Maschadow, der als einer der moderateren tschetschenischen Separatisten gilt, hatte eine Verantwortung für die Geiselnahme von sich gewiesen. Bassajew hat bisher keine Stellung dazu bezogen.(apa)

9.9.2004 12:37