US-Luftangriffen im Irak: Mindestens 40 Tote und 80 Verletzte!
- Bemühungen zur Freilassung italienischer Geiseln halten an
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Gemeinsame Strategie von
Regierung und Opposition
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Gespräch mit CDU-Chefin Merkel zur Lage im Irak
Bei zwei Angriffen der US-geführten multinationalen Truppen im Irak sind in der Nacht zum Donnerstag amtlichen Angaben zufolge mindestens 40 Menschen getötet und 80 weitere verletzt worden. In der Stadt Tal Afar rund 450 Kilometer nördlich von Bagdad wurden 28 Menschen getötet und 71 verletzt; in der Widerstandshochburg Falluja wurden zwölf Zivilisten getötet und neun weitere verletzt.
Bei einem Anschlag auf einen Konvoi der US-geführten Truppen wurden nach Armeeangaben drei Iraker getötet und zwei US-Soldaten verletzt. Erstmals seit Monaten drangen US-Truppen wieder in die Rebellenstadt Samarra vor. Die Bemühungen um die Freilassung der italienischen Geiseln gingen weiter.
Die Luftangriffe auf Tal Afar dauerten 13 Stunden an. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, lieferten sich die Soldaten danach in den Stadtvierteln Hassa Koi und Serrai bis zum Nachmittag Kämpfe mit Aufständischen. Nach Krankenhausangaben konnten mehrere Leichen zunächst nicht geborgen werden. Demnach gab es 17 Tote und 51 Verletzte. Die US-Armee sprach von insgesamt 57 Toten. Am Nachmittag riegelten US-Soldaten die Stadt ab; Bewohner der Randbezirke wurden aufgefordert, diese zu verlassen.
In einer Erklärung der multinationalen Truppen hieß es, der gemeinsame Einsatz mit der irakischen Nationalgarde habe "die Stadt vom Terrorismus befreien" und den Frieden wiederherstellen sollen. Schon Anfang September waren bei heftigen Kämpfen in Tal Afar rund zwanzig Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. In der 150.000-Einwohner-Stadt wohnen mehrheitlich Schiiten.
Unter den Opfern des Luftangriffs auf Falluja waren nach Angaben eines örtlichen Krankenhausmitarbeiters mehrere Frauen und Kinder. Die US-Truppen teilten mit, der Einsatz sei gegen einen mutmaßlichen Unterschlupf von Anhängern des weltweit gesuchten jordanischen Islamistenführers Abu Musab Zarqawi gerichtet gewesen. Drei seiner Mitarbeiter hätten sich dort aufgehalten.
Bei dem Anschlag auf einen Konvoi der multinationalen Truppen in der Nähe des Gefängnisses von Abu Ghraib wurden nach Angaben eines Armeesprechers bereits am Mittwoch drei Iraker getötet und zwei Mitarbeiter der US-Armee verletzt. Weitere Angaben zu dem Vorfall machte der Sprecher nicht. Ebenfalls am Mittwoch kam demnach ein US-Soldat bei einem Autounfall in der Nähe von Baakuba ums Leben. Sieben weitere Menschen wurden dabei verletzt.
Erstmals seit dem 1. Juni drangen US-Truppen und irakische Sicherheitskräfte eigenen Angaben zufolge wieder in die 120 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Rebellenstadt Samarra vor. Der neue Bürgermeister der Stadt, Taha el Hindira, sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Vorstoß sei zwischen der US-Armee, den Rebellengruppen und der Stadtverwaltung gemeinsam ausgehandelt worden. Anfang Juni hatte sich die Stadt gegen die Präsenz der US-Truppen in der Sunnitenstadt ausgesprochen.
Auch zwei Tage nach der Entführung zweier Italienerinnen aus Bagdad gab es keine Bekennerschreiben von möglichen Entführern. Die Staatssekretärin des italienischen Außenministeriums, Margherita Boniver, brach am Donnerstag zu einer Nahostreise auf, um die Bemühungen zur Freilassung der beiden Mitarbeiterinnen einer Hilfsorganisation im Irak voranzutreiben. Der irakische Präsident Ghazi el Jawar sollte am Freitag mit dem italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi in Rom zusammentreffen. (apa)
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