Donnerstag, 9. September 2004

Hurrikan "Ivan" verwüstet Karibik: Mindestens 30 Menschen sterben!

  • Grenada sowie Trinidad und Tobago und Venezuela heimgesucht - Wirbelsturm rückt auf Jamaika zu

Der Hurrikan "Ivan" hat eine Spur der Verwüstung durch die Karibik gezogen und dabei mehr als 30 Menschen in den Tod gerissen. Allein auf der Karibikinsel Grenada wurden mindestens zwölf Menschen getötet. In Venezuela gab es vier Todesopfer, auf Tobago kam ein Mensch ums Leben. In der Dominikanischen Republik starben vier Jugendliche.

Wie der Zivilschutz der Dominikanischen Republik mitteilte, wurden vier Jugendliche im Alter von acht bis 17 Jahren an der Küste elf Kilometer östlich der Hauptstadt Santo Domingo von den meterhohen Wellen weggerissen. Augenzeugen berichteten, die Älteren hätten vergeblich versucht, das zuerst weggespülte jüngste Mitglied der Gruppe zu retten, bevor sie selbst auch ertranken. Die Behörden verhängten für den Küstenabschnitt im Süden und Südwesten des Landes den höchsten Alarmzustand.

Grenadas Regierungschef Keith Mitchell sprach im Radio von einer "nationalen Katastrophe" und rief den Notstand aus. Der Zyklon habe 85 Prozent des Inselstaats zerstört. Fast alle 90.000 Inselbewohner seien ohne Strom, viele von der Außenwelt abgeschnitten, berichtete Mitchell, dessen Haus ebenfalls zerstört wurde. Der Regierungschef fand vorübergehend Zuflucht auf einer Fregatte der britischen Marine vor der Küste Grenadas, wie der Kommandant der "Richmond", Mike McCartain, dem BBC-Rundfunk sagte.

Die "Richmond" und ihr Versorgungschiff "Wave Ruler" schickten 60 Mann ihrer Besatzung an Land, um der Bevölkerung zu helfen. Nach Angaben eines Katastrophenschutzsprechers kam es zu ersten Plünderungen. Das Gefängnis sei zerstört und die Gefangenen auf der Flucht. In Florida wiesen die Behörden Touristen und Bewohner von Containersiedlungen an, die Inselgruppe der Florida Keys zu verlassen. Zusätzlich wurde auch Bewohnern fester Wohnbauten geraten, die vorgelagerten Inseln zu räumen. Alle Schulen und Regierungsbehörden wurden geschlossen.

Der Hurrikan raste unterdessen auf den dicht besiedelten Karibikstaat Jamaika zu. Dort wurde "Ivan" am Freitag erwartet. Die Behörden gaben Sturmwarnung aus und riefen die Bewohner auf, sich auf das Schlimmste vorzubereiten und in Sicherheit zu bringen. (apa)

9.9.2004 07:31