Schluss mit lustig: Auch im Westen Österreichs hat die Schule begonnen
- Heuer gibt es in Österreich ein ganzes Drittel weniger "Taferklassler" als noch vor 30 Jahren
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Der "Ernst des Lebens" hat auch die Schüler in Westösterreich wieder eingeholt. Eine Woche nach Wien, Niederösterreich und dem Burgenland wird auch in den anderen sechs Bundesländern wieder die Schulbank gedrückt. Insgesamt gibt es heuer ein Drittel weniger "Taferlklassler" als noch vor 30 Jahren.
Der Grund für diesen Rückgang ist die demographische Entwicklung mit stetig sinkenden Geburtenzahlen. Anfang der siebziger Jahre, als die geburtenstarken Jahrgänge der frühen sechziger Jahre in die Schule kamen, wurden noch mehr als 140.000 Schulanfänger verzeichnet - eine Zahl die bis Mitte der 80er-Jahre kontinuierlich auf 85.170 gesunken ist. Dann kam es zu einer leichten Erholung der Zahl der Erstklassler, die in den zu Ende gehenden 90er-Jahren wieder auf rund 97.000 angestiegen ist, um seither wieder stetig zu sinken. Allein vom vergangenen zum neuen Schuljahr beträgt der Rückgang 5,6 Prozent.
Insgesamt hat sich die Zahl der Volksschüler seit Anfang der siebziger Jahre fast halbiert: Im Schuljahr 1969/70 gab es noch fast genau 600.000 Schüler in der Grundschule, im neuen Schuljahr werden es nur noch 363.000 sein - ein Minus von 40 Prozent. Im Bildungsministerium rechnet man auf Grund der zu erwartenden demographischen Entwicklung in den nächsten Jahren mit einem weiteren Rückgang in dieser Schulstufe.
Dadurch wächst auch der Druck auf die kleinen Schulen im ländlichen Raum. 2001 hatte erst jede fünfte Volksschule weniger als 80 Schüler, bis 2010 wird bereits jede zweite Volksschule eine derart geringe Schülerzahl aufweisen. Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) hat sich in der Vergangenheit aber klar für den Erhalt kleinerer Schulstandorte ausgesprochen und ein Größenlimit von zehn bis 15 Schülern genannt.
Dennoch wird es, wie eine Umfrage der APA zu Beginn der Sommerferien bei den Landesschulräten gezeigt hat, die eine oder andere Volksschule "erwischen": So sind im neuen Schuljahr z.B. fünf Schulschließungen in der Steiermark, zwei im Burgenland und in Tirol und eine in Oberösterreich fix. Salzburg, Vorarlberg, Wien und Niederösterreich haben Stilllegungen für 2004/05 hingegen ausgeschlossen. Im Burgenland verfolgt man die Strategie, dass in jeder Gemeinde zumindest eine Schule erhalten bleibt. (apa)
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