Sonntag, 12. September 2004

Familienmitglieder seit Jahrzehnten sexuell missbraucht: Vater und Sohn in Haft

  • Erste Übergriffe fanden bereits vor 35 Jahren statt
  • Ab Montag wird mit der Vernehmung begonnen

Ein 64-jähriger Obersteirer und sein 33-jähriger Sohn wurden verhaftet, weil sie mehrere Familienmitglieder sexuell missbraucht haben sollen. Die Übergriffe sollen bereits vor 35 Jahren begonnen haben. Die Tochter des Pensionisten zeigte nach Angaben der Gendarmerie ihren Vater nach vielen Jahren doch noch an.

Die 41-Jährige Tochter des Pensionisten soll von ihrem Vater zwischen ihrem sechsten und 15. Lebensjahr immer wieder sexuell missbraucht worden sein. Nun soll sich der 64-Jährige auch an seiner 13-jährigen Enkeltochter vergriffen haben. Das Mädchen vertraute sich der Mutter an, die daraufhin Anzeige erstattete.

In der Folge brachen auch andere Familienmitglieder ihr Schweigen und belasteten den 33-jährigen Sohn des Mannes schwer: Er soll sich an seiner heute 22-jährige Nichte und seiner eigenen Schwester vergriffen haben, als beide Frauen noch Kinder waren. Insgesamt gaben sechs Familienmitglieder an, von den beiden Männern zu sexuellen Taten gezwungen worden zu sein.

"Normalerweise verjährt Vergewaltigung nach zehn Jahren", erklärte Staatsanwalt Mühlbacher. Sollte ein Täter allerdings immer wieder einschlägige Verbrechen begehen, unterbrechen diese Delikte die Verjährungsfrist. "Wenn es eine durchgehende Kette ist, könnten wir alles anklagen. Sollte allerdings einmal in einem Zeitraum von zehn Jahren nichts nachweisbar sein, dann sind die vorherigen Fälle verjährt".

Die beiden Obersteirer wurden in Untersuchungshaft genommen, ab Montag werden die beiden vernommen. (apa)

12.9.2004 11:09