Freitag, 10. September 2004

Alkohol "Volksdroge Nummer 1": Jeder 10. Österreicher erkrankt an Alkoholismus!

  • 94% der Männer & 83% der Frauen greifen "zur Flasche"
  • Einstiegsalter in vergangenen Jahren stark getrunken

Alkoholismus bleibt die Volksdroge Nummer eins. Ungefähr jeder zehnte Österreicher erkrankt an Alkoholismus. Die Dringlichkeit dieses Themas wurde in einem von der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung organisierten Symposium in Wien behandelt, das sich um "Alkoholprävention" drehte.

Experten informierten am Freitag über die gesellschaftliche Bedeutung des Genusses, die Folgen des Missbrauchs und Präventionsmöglichkeiten. 94 Prozent der Männer und 83 Prozent der Frauen in Österreich greifen zumindest gelegentlich "zur Flasche". Im Gegensatz zu den Trinksitten der englischsprachigen und nordeuropäischen Länder, wird in Österreich eher regelmäßig und viel getrunken, wohingegen Rauschexzesse nicht allzu häufig vorkommen.

Aufhorchen lassen die Daten, die den Alkohol am Arbeitsplatz betreffen. Laut dem Anton-Proksch-Institut in Wien sind rund fünf bis sieben Prozent der Mitarbeiter eines Betriebes alkoholabhängig und 13 Prozent trinken in missbräuchlicher Weise. Die wirtschaftlichen Schäden dadurch seien mit bis zu einer Milliarde Euro enorm, hieß es. Alkoholabhängige würden durchschnittlich 16 Mal häufiger ausfallen, als ihre Arbeitskollegen und auch bei einem Viertel aller Unfälle im Job sei Alkohol im Spiel.

Auffällig sei, dass das Einstiegsalter in den regelmäßigen Konsum - vor allem bei Mädchen - in den vergangenen Jahren stark gesunken ist. Hauptmotive ortet Univ.-Prof. Dr. Reinhard Haller in unterschiedlichen Faktoren, wie Gruppendruck oder Probleme mit den Eltern, in der Schule oder im Lehrbetrieb.

Aus der Diskussion um das Thema "Jugend und Alkohol" sind derzeit auch die so genannten Alkopops nicht wegzudenken. Als unbestreitbar wird die Tatsache angesehen, dass mit diesen peppigen Designer-Drinks sehr junge Menschen mit perfektem Marketing angesprochen werden. (apa)

10.9.2004 15:50