Freitag, 10. September 2004

Pensionsreform schadet dem Vertrauen in Schüssel! BP Fischer baut Führung aus

  • 56% vertrauen dem neuen Bundespräsidenten Fischer
  • "Rote Laterne" für freiheitlichen Thomas Prinzhorn

Sieger Fischer, Verlierer Schüssel. So könnte man das Ergebnis einer aktuellen Umfrage für den APA/OGM-Vertrauensindex zusammenfassen. In 500 Telefoninterviews wurde klar: "Heinz Fischer lebt seine Rolle wirklich gut und das wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen", so OGM-Politologe Peter Hajek. Der Einbruch von Kanzler Schüssel hänge mit der Performance bei der Pensionsharmonisierung zusammen.

"Vertrauen Sie xy oder vertrauen sie xy nicht oder kennen Sie xy nicht", lautet die Frage von OGM. Aus den beiden Werten wird dann der Saldo gebildet, der für das Ranking herangezogen wird.

Fischer, der im Vergleich zum Juni elf Punkte zulegen konnte, erreicht nunmehr mit 56 Punkten einen Wert, den sonst nur Landeshauptleute aufweisen können. Die Außenministerin und designierte EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner (V), Landwirtschaftsminister Josef Pröll (V), Grünen-Chef Alexander Van der Bellen und Innenminister Ernst Strasser (V) folgen mit Respektabstand und erreichen Werte zwischen 24 und 18 Punkten.

Schüssel verliert sieben Punkte
Den größten Vertrauensverlust über den Sommer musste Bundeskanzler Schüssel hinnehmen, der sieben Punkte abgebaut hat und nun bei minus acht hält. "Schüssel leidet an der Pensionsreform. Das ist aber noch keine Bewertung der Pensionsreform an sich, sondern der Performance, wie es gemacht wird", kommentiert Hajek.

Der Meinungsforscher weist jedoch darauf hin, dass Schüssel noch immer vor Alfred Gusenbauer liegt, auch wenn dieser im Vergleich zum Juni sieben Punkte gewonnen hat. Der SPÖ-Chef erhole sich nur langsam von dem Einbruch, den er nach seinem "Pogrom"-Sager zur Jahresmitte erlitten habe.

"Rote Laterne" für Thomas Prinzhorn
Im Vergleich zum Juni zulegen konnten auch Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V), Verteidigungsminister Günther Platter (V), Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) und Sozialminister Herbert Haupt (F).

Die "rote Laterne" hat mit minus 34 Punkten weiterhin der freiheitliche dritte Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn, für FPÖ-Klubchef Herbert Scheibner wird ein Minus von 20 Punkten ausgewiesen. Mit minus zwölf und minus elf folgen in der Negativ-Hitparade Haupt und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V).
(apa/red)

10.9.2004 08:30