Donnerstag, 9. September 2004

Wissenschaftler schlagen Alarm: Fast ein Viertel der Jugendlichen leidet an Allergien

  • Atemwegserkrankungen drohen bei NIcht-Behandlung

Wissenschaftler schlagen Alarm. Immer mehr Österreicher leiden an allergischem Schnupfen. Das sind bei den Jugendlichen schon fast ein Viertel. Bleibt die Allergie allerdings unbehandelt, können sich schwere Atemwegserkrankungen bilden. Allergiepatienten sollten - so der Wiener Experte Siegfried Jäger - schon jetzt an das nächste Frühjahr denken und eventuell mit einer Immuntherapie beginnen.

Erle, Hasel und Birke sind jene Gewächse, die für Allergiker die Pollensaison eröffnen. Bereits Ende Jänner sind diese Frühblüher aktiv und können zu allergischen Reaktionen führen. Laut Messungen der Polleninformationsdienste, gesammelt an der HNO-Klinik am AKH- Wien, ist die heurige Birkenpollensaison recht moderat verlaufen. Nur in drei von sieben österreichischen Regionen gab es einen Anstieg der Pollenkonzentration.

Eine Untersuchung von Wissenschaftlern des Donauspitals in Wien und der Landesklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Salzburg liefert einen weiteren Beweis, dass die Zahl der Allergiker unter Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. So haben bereits rund 13 Prozent der Sechs- bis Achtjährigen der Testgruppe allergie-bedingte Beschwerden. Noch alarmierender ist die Verbreitung von allergischem Schnupfen bei 13- bis 15-jährigen Jugendlichen. In dieser Altersklasse wurde sogar bei 23 Prozent gesundheitliche Beeinträchtigungen festgestellt. Birkenpollen zählten bei den untersuchten Gruppen zu den häufigsten Allergieauslösern.

Die sogenannte Allergieimpfung ist laut Empfehlung der WHO die einzige Therapieform, die die Ursache der Allergie bekämpft und sich nicht nur auf die Abschwächung der Symptome beschränkt. Nur mit ihr kann eine chronische Schädigung der Lunge durch allergisches Asthma verhindert werden. Bei der Behandlung werden den Patienten steigende Dosierungen des Allergens unter die Haut injiziert. Das Immunsystem gewöhnt sich damit an diesen Reiz. (apa)

9.9.2004 16:51