Grazer mit 80 Messerstichen getötet: 25-Jähriger Türke verurteilt - 20 Jahre Haft!
- Motiv für die Bluttat soll sexueller Übergriff gewesen sein
·Osttirol: 78-Jähriger erschlägt seine Frau
Treppensturz stellt sich als kaltblütiger Mord heraus
·Mord auf offener Straße in Graz!
Frau mit vier Schüssen in Kopf und Brust getötet
·Wasserleiche in OÖ angeschwemmt!
Leiche wies keine äußerlichen Verletzungen auf
Ein 25-jähriger Türke wurde am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht von einem Geschworenensenat (Vorsitz: Wolfgang Wladkowski) wegen Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilt. Der junge Mann hatte im November vorigen Jahres einen Grazer Pensionisten mit über 80 Messerstichen getötet und die Leiche anschließend verstümmelt. Als Motiv für seinen "Blutrausch" nannte er sexuelle Übergriffe des 58-jährigen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Abdurrahim P. lebte seit zwei Jahren in Graz und war hier auch vom Islam zu den Zeugen Jehovas übergetreten. "Damals begann er massiv zu trinken. Zuvor war ihm Alkohol aus religiösen Gründen verboten gewesen", schilderte Anklägerin Barbara Wörter. Als er nicht länger im Caritas-Heim bleiben konnte, fand er bei Bernd A. Unterschlupf. Der 58-jährige Pensionist hatte schon mehrmals Asylwerber bei sich wohnen lassen.
Was in der Tatnacht geschah, konnte nur zum Teil rekonstruiert werden. Tatsache ist, dass sowohl Bernd A. als auch Abdurrahim P. betrunken waren. Der Pensionist soll sich zu dem jungen Mann aufs Bett gesetzt und mit vorgehaltenem Messer Sex gefordert haben. Der Angeklagte wehrte sich, und im Zuge eines Kampfes wurde A. verletzt und stürzte zu Boden. Da brannten bei dem 25-Jährigen laut Staarsanwältin offenbar die Sicherungen durch: Er soll mehrere Messer ergriffen und immer wieder auf den am Boden Liegenden eingestochen haben. Insgesamt waren es laut Gerichtsmediziner 80 bis 85 Stichwunden. Drei Messer blieben in der Leiche stecken, die der mutmaßliche Täter auch noch verstümmelte, in dem er einen Daumen abschnitt und dem Toten in den Mund steckte.
"Ich bin anscheinend in einen Blutrausch verfallen", meinte der Angeklagte, der sich nicht schuldig fühlte. "Der Mann, der da sitzt, ist kein Mörder", meinte sein Verteidiger. P. hatte nach eigenen Angaben schon geschlafen, als der ältere Mann seine sexuellen Übergriffe begann. "Er stammt aus einem kleinen Dorf und war nie mit solchen Dingen konfrontiert", versuchte der Verteidiger zu erklären, warum sein Mandant derart ausgerastet war. Bei seinen ersten Einvernahmen hatte er die sexuellen Übergriffe verschwiegen: "Ich habe mich geniert", lautete die Erklärung des 25-Jährigen.
Der Kriminalpsychologe Thomas Müller erklärte das Vorgehen des Täters hinsichtlich der ungewöhnlich hohen Zahl von Stichen und der anschließenden Verstümmelungen als "Taten, die über pragmatischen Nutzen hinausgehen, weil sie ein persönliches Bedürfnis befriedigen". Alles, was über den Tötungsvorgang hinaus passiert ist, könnte als Versuch der Depersonifizierung und damit der Distanzierung des Täters von seiner Tat gesehen werden.
Die Geschworenen befanden den Angeklagten einstimmig für schuldig. Das Gericht verhängte eine Strafe von 20 Jahren. Der Beschuldigte erbat sich Bedenkzeit, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. (apa)
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
