Mittwoch, 8. September 2004

Öl statt Antibiotikum gespritzt: Patientin in Steyr außer Gefahr!

  • Soll am Freitag die Intensivstation verlassen

Jene 79-jährige Patientin des Landeskrankenhauses Steyr in Oberösterreich, der ein Turnusarzt irrtümlich Olivenöl statt eines Antibiotikums gespritzt hat, ist außer Gefahr. Sie soll bereits am Freitag aus der Intensivstation in eine Normalstation verlegt werden. Das gab das Krankenhaus am Donnerstag bekannt.

Die Verwechslung, die am Dienstag passierte, war sofort bemerkt worden. Es bestand zwar grundsätzlich die Gefahr einer Lungenembolie, nach Einschätzung des ärztlichen Leiters Josef Feichtinger war die Menge dazu aber zu gering. Die Frau musste nicht einmal besonders behandelt werden, es genügte die verstärkte Überwachung in der Intensivstation.

Die Patientin befindet sich nach einer Blinddarmoperation im Spital. Am Dienstag sollte eine Physiotherapeutin ihre blauen Flecken am Oberarm mit einem "Wohlfühl-Öl" behandeln. Es besteht zu einem Großteil aus Olivenöl. Es lag in einer Spritze aufgezogen am Nachkästchen der 79-Jährigen. Daneben lag eine weitere Spritze mit einem ärztlich verordneten Antibiotikum.

Vor der Physiotherapeutin kam jedoch der Turnusarzt. Er griff zur Spritze mit dem zur äußeren Anwendung bestimmten Wohlfühl-Öl und injizierte es in die Armvene der Patientin.

Im Krankenhaus wurde nach dem Zwischenfall eine Dienstanweisung gegeben, dass künftig nichts anderes mehr außer Medikamenten in Spritzen aufgezogen werden dürfe. Außerdem sollen Medikamente in Plastikfolien verschweißt und mit den Codes der jeweiligen Patienten versehen werden. Damit sollen Verwechslungen künftig verhindert werden.

Geprüft wird noch, ob der junge Arzt zur Verantwortung gezogen wird. Er hat von sich aus um Urlaub gebeten, weil er nach dem Zwischenfall psychisch angeschlagen ist. (apa)

8.9.2004 20:18