Dienstag, 7. September 2004

Suche nach Fliegerbombe in Graz: Nur Splitterklumpen auf Gelände des Bahnhofa

  • Erleichterung bei den Einsatzkräften - Evakuierung des ptbahnhofs war bereits vorbereitet

Aufatmen bei den Einsatzkräften am Mittwoch am Grazer Hauptbahnhof: Jene Stelle am Gleiskörper, an der ein Bombenblindgänger vermutet worden war, erwies sich als eine harmlose Ansammlung von Bombensplittern und metallhaltigem Bauschutt. Dies ergab die am Vormittag durchgeführte Grabung bis zu einer Tiefe von vier Metern. Der Gefahrenbereich war in Anwendung der Steiermärkischen Katastrophenschutzgesetzes durch die Polizei gesperrt und evakuiert worden.

Am Gelände des Grazer Hauptbahnhofs finden derzeit Grabungsarbeiten statt, um einen so genannten Kollektorgang mit Kabeln zur Stromversorgung in etwa vier Meter Tiefe anzulegen.

Da auf dem Gelände des Hauptbahnhofs immer mit Blindgängern aus der Zeit der Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs zu rechnen ist, gab es eine vorgestaffelte Sondierung. "Diese konnte aber nur aufzeigen, dass hier Gegenstände aus Metall zu finden sind, deren Masse einen Bombenfund vermuten ließ. Die Identifizierung des Gegenstandes ist aber nur dadurch möglich, dass man mit äußerster Vorsicht eine Grabung durchführt, um den verdächtigen Fund beurteilen zu können", so Walter Hübel von der Abteilung Katastrophenschutz und Feuerwehr der Stadt Graz.

Für die Einsatzkräfte bedeute ein solcher Fund aber immer, sich auf den schlimmsten Fall - also einen echten Bombenfund - einstellen zu müssen. Im Zuge der Grabungsarbeiten hatte es bereits einen Bombenfund gegeben: Am 22. Juli wurde eine 500 Kilogramm-Fliegerbombe englischer Herkunft mit mechanischem Zünder gefunden und entschärft. Eine Woche zuvor war es zum Glück bei falschem Alarm geblieben: Eine vermutete Bombe hatte sich als Ansammlung von Splittern bereits im Krieg detonierter Bomben entpuppt.

In den vergangenen eineinhalb Jahren des Zweiten Weltkrieges waren vor allem die Bahn- und Verschubanlagen und der Hauptbahnhof die Ziele in Graz der Bomber der 15. US-Luftflotte, welche von Süditalien aus operierte. Die Bahnanlagen und die umliegenden Industriebetriebe wurden damals 24 Mal angegriffen.

(apa/red)

7.9.2004 11:36