Montag, 6. September 2004

Jazz-Professor wegen Stein in türkischer Haft: 1. Verhandlung noch im September

  • Vor Gericht wird geklärt wie wertvoll der Stein wirklich ist
  • Harald Neuwirth wurde mit Medikamenten versorgt

Der Leiter des Jazz-Instituts der Grazer Kunstuniversität, Harald Neuwirth, der in der Türkei wegen der versuchten Ausfuhr eines antiken Steines in Haft ist, dürfte laut Medienberichte seine erste Verhandlung gegen Ende September haben. Eine Bestätigung durch das Außenministerium liegt noch nicht vor. Neuwirth ist seit 21. August im südtürkischen Antalya in Haft.

Bei dem Verhandlungstermin soll geklärt werden, inwieweit der Stein, der im Koffer des Professors war, wirklich historisch wertvoll ist und inwieweit Neuwirth überhaupt davon hätte wissen können, berichtet der ORF Steiermark. Der Gefangene wurde bereits vom österreichischen Konsul mit seinen Medikamenten versorgt.

Ein bei einem Ausflug vom zehnjährigen Sohn gefundener "interessanter Stein" ist dem Grazer Professor bei der Ausreise aus der Türkei zum Verhängnis geworden. Nach türkischem Gesetz ist die Ausfuhr von antiken Steinen oder Fossilien jedoch strengstens verboten. Nach dem Check am Flughafen in Antalya die böse Überraschung: Der Professor wurde festgenommen, seine Frau durfte mit den Kindern heimreisen. Ob es sich bei dem "corpus delicti" tatsächlich um ein antikes Stück handelt, muss noch geklärt werden.
(apa/red))

6.9.2004 17:33