Montag, 30. August 2004

Ernüchterung nach feuchtem Sommer: Freibäder und auch Seen mit Umsatzminus

  • Die Badegäste blieben diesen Sommer eher aus
  • PLUS: Welche Teile Österreichs am heftigsten klagen

Das doch eher feuchte Wetter im Sommer hat den Betreibern von Freibädern und Strandbädern heuer nicht viel Freude bereitet. In weiten Teilen Österreichs klagen sie über ein Umsatzminus, das in manchen Gegenden sehr deutlich ausgefallen ist. Ohne Hitze im August wäre die Bilanz der diesjährigen Badesaison noch trüber ausgefallen. Zufrieden zeigen sich nur die Betreiber von Hallen- und Thermalbädern.

In der Steiermark etwa sprechen die Freibäder und Seen von einer verpatzten Saison 2004: Ein Umsatz-Minus von bis zu 70 Prozent musste hingenommen werden, die Gäste blieben wegen des schlechten Wetters im Sommer weitgehend aus.

Schlecht besuchte Teiche und Schotterseen
Über einen Rückgang an Bade-Eintritten klagen auch die Teiche und Schotterseen rund um Graz. Die Betreiber des Badesees Piberstein bei Voitsberg sprechen etwa über die heurige Sommersaison von einer "Katastrophe". Man rechnet mit einem Umsatzrückgang von 50 Prozent.

Niederösterreich zeigt sich "einigermaßen zufrieden"
In Niederösterreich ist die Badesaison nach wetterbedingt schlechtem Start ab Mitte Juli doch noch auf Touren gekommen. So gesehen ist man etwa in Krems doch "einigermaßen zufrieden", hieß es aus der Bäderverwaltung. Die Umsätze sind heuer um ein geschätztes Drittel zurückgegangen. "Der schöne August hat uns doch noch rausgerissen", resümierte Referatsleiter Andreas Fuchshuber.

Weniger Badegäste auch in Oberösterreich
Unterschiedlich ist die heurige Badesaison in Oberösterreich verlaufen. Bad Ischl im Salzkammergut stuft den Besuch im Freibad mit minus 30 Prozent gegenüber einem Durchschnitts-Sommer ein. Das "Welldorado" in Wels berichtet hingegen von einer Auslastung, die einem Sommer mit "normalem" Wetter entspricht. In Linz haben die "echten" Freibäder einen Rückgang von 43 Prozent zu verzeichnen.

Salzburg mit schlechtestem Ergebnis
Das schlechteste Ergebnis bei den Besucherzahlen in diesem - noch kurzen - Jahrhundert fuhren heuer die Freibäder in der Stadt Salzburg ein. Bis Ende voriger Woche passierten 259.443 Sonnenhungrige die Drehkreuze der drei städtischen Bäder. Im Rekordsommer 2003 hatte man bis zum selben Stichtag bereits die Halbe-Million-Grenze überschritten. In den Jahren davor wurden bis dahin 304.954 (2002) beziehungsweise 345.323 Besucher (2001) gezählt.

Weniger Besucher auch in Vorarlberg und Kärnten
Besucherrückgänge von teilweise mehr als 50 Prozent gegenüber dem vorjährigen "Jahrhundertsommer" mussten die Vorarlberger Freibäder heuer in Kauf nehmen. Strömten im vergangenen Jahr 213.000 Gäste ins Hohenemser Freibad, waren es heuer nur 104.000. Durchwegs Einbußen verzeichneten auch die Kärntner Freibäder. Zwar lief der August deutlich besser, die Einbrüche bei den Umsätzen von Juni und Juli seien aber nicht mehr aufzuholen, hieß es allerorten. (apa)

30.8.2004 12:20