Mittwoch, 1. September 2004

Die 100 Top-Gagen. Die Neue Serie: Wer verdient wie viel in Österreich.

  • Teil 1: Die Bestverdiener des Landes. Was verdient Österreich – vom Spitzensportler bis zur Putzfrau.

Nur wenige Dinge sind so tabu wie das persönliche Gehalt. Man protzt gerne mit Autos und Eigenheim, aber wenn es darum geht, was monatlich aufs Konto wandert, herrscht fast immer eisiges Schweigen. Doch gerade die Bezieher von Spitzeneinkommen geraten immer stärker unter Druck.

Nun wird sogar die Offenlegung von Managergagen per Gesetz von SPÖ und ÖVP in seltener Einigkeit gefordert.

Topmanager unter Druck. Ein Anlass dazu ist die heftige Debatte in Deutschland. Selbst Kanzler Gerhard Schröder stellt die Frage, ob üppige Managergehälter gerechtfertigt sind, wenn gleichzeitig Zigtausende Jobs abgebaut werden. VW-Konzernlenker Bernd Pischetsrieder hat die Forderung nach Kürzung seines Salärs bereits zurückgewiesen. Stark unter Beschuss steht der Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Als bestentlohnter Manager Deutschlands hat er trotz dürftiger Ertragslage seines Instituts sein Gehalt von 2002 auf 2003 mit 11,1 Millionen Euro fast verdoppelt.

Begrenzung. Hierzulande wurde gerade das Gehalt der neuen Chefs des steirischen Energiekonzerns Estag gedeckelt. Vorstandssprecher Karl-Franz Maier kann somit inklusive Prämie maximal 360.000 Euro brutto im Jahr verdienen. „Das ist genug“, befand Landeshauptfrau Waltraud Klasnic. Das Einkommen der Landeschefin ist durch die Bezügepyramide, die Alt-Rechnungshofpräsident Franz Fiedler erstellt hat, geregelt und beträgt exakt 213.164 Euro brutto. Johannes Ditz hatte als Interims-Vorstandschef der Estag noch 405.00 Euro erhalten.

Leistungsprinzip. Umstritten ist in Krisenzeiten wie diesen mehr denn je, welches Gehalt tatsächlich angemessen ist. „Es ist eine Frage der Leistung, die ein Manager für sein Unternehmen erbringen kann“, meint Fiedler, der mit den realen Einkommen und Spitzengehältern in Österreich bestens vertraut ist. Ebenso Anhänger des Leistungsprinzips sind jene Generaldirektoren börsennotierter Unternehmen, die ihr Einkommen ohne Scheu offenlegen. So etwa lässt Wienerberger-Boss Wolfgang Reithofer sein Gehalt von 959.858 Euro im Geschäftsbericht ebenso ausweisen wie OMV-General Wolfgang Ruttenstorfer (860.000 Euro), Böhler-Chef Claus Raidl (666.300 Euro), Head-Vorstand Johan Eliasch (537.000) und Verbund-Chef Hans Haider (507.271 Euro). Aber auch einige Wirtschaftskapitäne nicht börsennotierter Konzerne haben kein Problem mit der Gehaltstransparenz. So preschte kürzlich der mächtige Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad in einem ORF-Interview vor und nannte ein Jahressalär von 400.000 Euro.

(NEWS)

1.9.2004 16:04