Freitag, 3. September 2004

Österreich vom Schwerverkehr überrollt: Seit 1985 hat sich Transit verdreifacht

  • Auf Innkreisroute sogar versechsfacht
  • EU-Regelung: Maut in Österreich muss gesenkt werden

Seit 1985 hat sich der Schwerverkehr auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen verdreifacht. Alleine auf der Innkreisroute zwischen Haid und Passau hat sich der Lkw-Verkehr versechsfacht, so das Ergebnis einer Studie vom Österreichischen Institut für Raumplanung (ÖIR) im Auftrag der Arbeiterkammer (AK).

Trotz dieser erschreckenden Zahlen und zahlreicher politischen Beteuerungen gebe es bis heute keine Kostenwahrheit beim Verkehr, kritisierte die AK am Freitag vor Journalisten. Demnach müsste die seit Jahresbeginn geltende Lkw-Maut rund doppelt so hoch sein. Derzeit belastet der Lkw-Verkehr jeden Österreicher mit 400 Euro, betonte am Freitag der Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

Doch es könnte noch schlechter kommen. Wird die EU- Wegekostenrichtlinie, die die Bemautung von EU-Strecken regeln soll, wie geplant umgesetzt, müsste Österreich sogar noch die Maut senken.

Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Schweiz, wo nicht nur - wie in Österreich - Autobahnen und Schnellstraßen, sondern alle Strecken bemautet werden, so die AK. Mit der Folge, dass der überwiegende Teil des alpenquerenden Tranists über die Schiene abgewickelt werde.

Und auch jenseits der Bergpässe stehe Österreich schlechter da als die Eidgenossen. Wurden 1980 in Österreich rund 12 Millarden Tonnenkilometer auf der Schiene transportiert, waren es im dritten Jahrtausend rund 18 Mrd. Tonnenkilometer. Zum Vergleich dazu die Straßen-Tonnenkilometer: 1980 rund 14 Mrd., jetzt rund 28 Mrd. Tonnenkilometer.

Der VCÖ forderte, dass die Donau und die Regionalbahnen stärker genutzt werden sollten. So habe die Stiegl-Brauerei 1,2 Mio. Euro in Gleisanschlüsse investiert und den Anrainern damit jährlich 1.000 Lkw
-Fahrten erspart, rechnete der Verkehrsclub vor.
(apa/red)

3.9.2004 14:34