Knalleffekt um die VA Tech: Kovats verhandelt mit Siemens über Übernahme!
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·VA-Tech verkauft Wasserwerk Wabag
Andritz übernimmt das Werk in Ravensburg
·FORMAT: Details zur
VA Tech-Übernahme
Siemens mit "freiwilligem öffentlichem Angebot"
·VA Tech: Gorbach gegen "Ausverkauf"
"Privatisierung nur bei Arbeitsplatzsicherung"
·Kovats wird Haupt-Aktionär bei VA-Tech
Nach Kapitalerhöhung: ÖIAG verliert die Mehrheit
·VA Tech: Droht die Zerschlagung?
Verzetnitsch warnt vor Know-How-Verlust
Offenbar auf Drängen der Übernahmekommission hat der Industrielle Mirko Kovats am Donnerstag bestätigt, Gespräche mit dem deutschen Elektro-Konzern Siemens über eine mögliche Übernahme des Linzer Anlagenbauers VA Tech zu führen. Kovats hält über die Beteiligungsgesellschaft Victory rund 13 Prozent an VA Tech. Die Aktien des Linzer Anlagenbauer VA Tech waren zwischenzeitlich ausgesetzt.
Die staatliche Industrieholding ÖIAG - mit 15 Prozent größter Aktionär - wurde von Kovats über Gespräche mit Siemens informiert. Ein "konkretes Angebot" liegt ihr nicht vor, wie sie am Donnerstag mitteilte.
Übernahmekommission: Kein Angebot vorliegen
Die Übernahmekommission hat in den frühen Abendstunden des Donnerstag erklärt, dass ihr entgegen anders lautenden Presseberichten kein Angebot und auch kein Angebotsentwurf auf Erwerb von Aktien der VA Technologie
AG vorliegen und ihr die Vorlage solcher Unterlagen auch nicht angekündigt wurde. Darüber hinaus ortet die Kommission Widersprüche zwischen den am Donnerstag abgegebenen Erklärungen der Victory Industriebeteiligung AG (Kovats-Gruppe) und Siemens.
Die beiden Erklärungen stünden "zueinander im Widerspruch", die Übernahmekommission ersuche Siemens Österreich deshalb, "diesen Widerspruch aufzuklären", so die der APA in einer Pressemitteilung übermittelte Erklärung des Gremiums.
Donnerstag vormittag hatte es geheißen, die Pläne zur Übernahme der börsenotierten VA Tech durch Siemens und die Victory um Kovats seien im Detail fertig. Der gebotene Preis pro Aktie soll 5 Euro über dem aktuellen Börsekurs zum Zeitpunkt des Angebots liegen, maximal aber 60 Euro betragen, wie "Format" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. In Summe wären das etwa 900 Mio. Euro. Das Magazin beruft sich auf einen Entwurf eines Übernahmeofferts, in den es nach eigenen Angaben Einsicht nehmen konnte und der auch der Übernahmekommission und der ÖIAG bereits zugegangen sein soll. In früheren Medienberichten hatte es geheißen, das Offert solle noch vor der für 21. September angesetzten VA Tech-Hauptversammlung zur geplanten Kapitalerhöhung auf den Tisch gelegt werden.
Die Österreich-Tochter von Siemens hat in einer schriftlichen Stellungnahme erstmals die seit Tagen kursierenden Gerüchte bestätigt: "Es ist kein Geheimnis, dass es Überlegungen gibt, ob Teilaktivitäten der VA Tech für Siemens von Interesse sein könnten und dass es dazu Kontakte mit der Kovats-Gruppe gibt." Die zuständigen Gremien der Siemens AG Österreich hätten in dieser Sache bisher allerdings keine Beschlüsse gefasst.
Um dem heftigen politischen Gegenwind in Österreich entgegenzutreten, den eine Übernahme mit anschließender Zerschlagung der VA Tech auslösen würde, sollen, wie "Format" berichtet, weitgehende Standort- und Arbeitsplatzgarantien geplant sein. Das Siemens-Offert, das - wie aus Unternehmenskreisen berichtet wird - mit ÖIAG und Politik im Vorfeld abgestimmt worden sei, soll von den Gläubigerbanken der VA Tech unterstützt werden. Interessiert sein dürfte Siemens vor allem an den Geschäftssparten Energieübertragung und -verteilung (T&D) sowie Infrastruktur (Elin EBG). Der Industrieanlagenbau (VAI) könnte an die A-Tec-Gruppe von Kovats gehen, schreibt "Format".
Gegenüber der VA Tech-Führung hat Siemens bisher keine Äußerung zu einer möglichen Kaufabsicht geäußert. Das erklärte VA Tech-Konzernchef Klaus Sernetz im ORF-Radio. Er werde mit Siemens Gespräche führen, um "die Dinge auszuloten", wie er heute ankündigte. Sernetz hatte zuvor wiederholt erklärt, er würde - im Fall eines Übernahmeangebots von Siemens - ein solches als "feindlich" einstufen. "Eine vom Unternehmen als feindlich beurteilte Übernahme samt einer eventuellen Zerschlagung des Unternehmens wird seitens der ÖIAG nicht unterstützt," so ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis. Die Staatsholding handle "gemäß ihres gesetzlichen Auftrags, der die Wahrung der österreichischen Interessen sowie der Interessen des Unternehmens zum Gegenstand hat".
Auf politischer Ebene gehen die Wogen in der Causa VA Tech vor dem Hintergrund einer befürchteten Filetierung der VA Tech weiter hoch. Vizekanzler Hubert Gorbach (FPÖ) sprach sich gegen einen Ausverkauf aus, ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch warnte vor einer Zerschlagung. Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka (ÖVP) sieht "keinen Anlass für Panikmache" und verwies auf das Wort von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP): "Die ÖIAG bleibt an Bord." Die Arbeiterkammer Österreich verlangte einen "stabilen Eigentümer".
Und für den stellvertretenden Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, ÖVP-Wirtschaftssprecher Reinhold Mitterlehner, ist für die VA Tech in jedem Fall der Privatisierungsauftrag neu zu fassen - ob ÖIAG-Verbleib mit oder ohne Kapitalerhöhung oder in der Frage eines Verkaufs an strategische Investoren. Mitterlehner beschrieb die jüngste Aussage des Bundeskanzlers als "öffentlich übermittelten Auftrag an die ÖIAG", der freilich noch eine "Präzisierung" erfahren werde. (apa/red)
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