Montag, 30. August 2004

Ein Jahr auf Bewährung: Irrer Ire nach Marathon-Attacke in Athen verurteilt

  • Außerdem muss der Ex-Priester 3.000 Euro zahlen

Der irre Ire, der für den Skandal im Olympischen Marathon gesorgt und den Führenden Vanderlei Lima von der Strecke gerissen hatte, ist zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Die Bewährungsfrist läuft drei Jahre.

Ein Gericht in Athen befand den 57-jährigen Cornelius Horan am Montag für schuldig, griechische Gesetze mit Bezug auf den Breitensport verletzt zu haben. Er wurde außerdem zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt. Die Bewährungsfrist gilt für drei Jahre.

Horan hatte den führenden Marathonläufer De Lima am Sonntag rund fünf Kilometer vor dem Ziel von der Rennstrecke in die Menschenmenge am Straßenrand gerissen. Zuschauer waren aber neben Polizisten zur Stelle und halfen mit, dass der Spitzensportler seinen Lauf schnell fortsetzen konnte. Am Ende errang De Lima jedoch nur noch die Bronzemedaille. Horan entschuldigte sich vor Gericht für seinen Angriff. Von der möglichen Verhängung einer fünfjährigen Haftstrafe sahen die Richter ab, da der Geisteszustand des Angeklagten als instabil gewertet wurde.

"Erst-Auftritt" 2003 in Silverstone
Horan, der bereits im Vorjahr, als er beim englischen Formel-1-Grand-Prix in Silverstone während des Rennens auf die Strecke gelaufen war, als irrer Ire in die Schlagzeilen geraten war, wurde vor einem Jahrzehnt seines Priesteramts enthoben, weil er den baldigen Weltuntergang gepredigt hatte. Bei dem Angriff auf De Lima am Sonntag trug er auf seinem Rücken eine Aufschrift mit einer ähnlichen Botschaft.

In Silverstone hatte Horan auf der Rennstrecke ebenfalls religiöse Botschaften verkünden wollen. Auch damals war mit einem Schottenrock bekleidet und hatte Plakate in die Luft gehalten, auf denen die Worte "Lest die Bibel. Die Bibel hat immer recht", gestanden waren. Man darf gespannt sein, ob der "Ir(r)e" nun endlich zur Einsicht kommt und derartige Störaktionen in Zukunft unterlässt. Seinen "Strecken-Ausflug" in Silverstone hatte er jedenfalls in keiner Weise bereut.
(apa/red)

30.8.2004 13:13