WM-Qualifikation: Bruchlandung für Europameister Griechenland in Tirana
- Albaner eine Heim-Macht; Ernüchterung in Frankreich
- Hohe Kantersiege für Schweden und Schweiz
·Der große Rückblick
auf die WM-Quali 2006
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Der Sensations-Europameister Griechenland hat zum Auftakt der WM-Qualifikation eine ordentliche Bruchlandung hingelegt. Mit dem Plakat "Albanien ist nicht Portugal" begrüßten die Fans in Tirana ihre Nachbarn aus dem Norden, sie sollten Recht haben. Denn nach EM-Triumphen über Kaliber wie Tschechien, Frankreich oder Portugal blamierte sich die Truppe von Teamchef Otto Rehhagel mit einem 1:2 in der albanischen Hauptstadt. Für die albanischen Kicker ein Prestigeerfolg mit finanziellen Konsequenzen, denn Ministerpräsident Fatos Nano hatte für einen Sieg gegen die Griechen eine Erfolgsprämie von mehr als 400.000 Euro für den Kader in Aussicht gestellt.
"Wir haben zwei extrem frühe Tore bekommen und konnten nicht mehr zurückschlagen, Jetzt müssen wir gegen die Türkei alles ausbügeln", sprach Rehhagel die Gegentreffer durch Murati (2.) und Aliaj (10./Freistoß aus 30 Metern) an. Die Griechen, die noch nie in Albanien gewonnen haben, mussten ohne ihren Zentralverteidiger Traianos Dellas auskommen und wirkten wie ein Schatten der EM-Truppe. Zur Freude der Albaner, die nach dem Schlusspfiff euphorisch auf den Straßen feierten.
Großer Sieger war diesmal ausnahmsweise nicht Rehhagel, sondern sein Landsmann Hans-Peter Briegel, der Teamchef der Albaner ist. "Wir müssen mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben", warnt Briegel, der sich nun am Mittwoch ein Remis in Georgien wünscht. "Die ganze Welt soll wissen, dass wir hier unschlagbar sind", jubelte jedoch Mittelfeldspieler Duro wenig bodenständig. Fakt ist jedoch, dass die Albaner seit der Amtsübernahme von Briegel vor rund zwei Jahren kein Heimspiel verloren haben. U.a. gab es einen Sieg gegen Russland und Remis gegen die Schweiz und Irland.
Fehlstart für Frankreich
Während sich Griechenland blamierte, herrschte bei Frankreich nach dem 0:0 zu Hause gegen Israel Ernüchterung vor. "Wir sind noch in der Phase der Findung", meinte der neue Trainer Raymond Domenech im ersten Pflichtspiel nach der "Ära Zidane". Die neu formierte französische Auswahl enttäuschte nach den Rücktritten von Zinedine Zidane, Marcel Desailly, Lilian Thuram und Bixente Lizarazu im Pariser Stade de France, Domenech schlug dennoch moderate Töne an: "Die Spieler wollten beweisen, dass es aufwärts geht. Je mehr Partien wir bestreiten, desto besser wird es." Die Fans forderten hingegen ihren Liebling zurück. "Zizou, wir vermissen dich", stand auf Transparenten.
Die höchsten Siege des Abends feierten Schweden (7:0 auf Malta) und die Schweiz (6:0 zu Hause gegen die Färöer). Das Drei-Kronen-Team ließ nichts anbrennen, wobei vor allem der zu Juventus Turin gewechselte Zlatan Ibrahimovic mit vier Toren zum Matchwinner avancierte. Bei den Schweizern durften sich gleich zwei Spieler über einen Hattrick freuen, Routinier Alexandre Rey (32) und Jungspund Johan Vonlanthen (18) trafen in Basel jeweils drei Mal.
Erfolgreicher Auftakt für Italien
In Palermo hat Italien unter dem neuen Coach Marcello Lippi beim 2:1-Sieg über Norwegen einen erfolgreichen Neuanfang gestartet. Daniele de Rossi und Palermos Lokalmatador Luca Toni trafen für die Azzurri, die 0:1 zurück gelegen waren. "Ich bin sehr glücklich, lasst uns diesen Sieg genießen", so Lippi nach dem Auftaktspiel.
Georgi Jarzew hat bereits die Konsequenzen aus dem verpatzten Qualifikationsauftritt gezogen: Der russische Trainer ist nach dem 1:1 gegen die Slowakei zurückgetreten. Über enttäuschende 1:1-Heimremis kamen auch der WM-Dritte Türkei gegen Georgien, Dänemark gegen die Ukraine sowie Belgien gegen Litauen nicht hinaus. (apa/red)
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