Der berühmteste Kicker in Österreich: Beckham - viel mehr als nur ein Fußballer
- Englands Teamkapitän als Trendsetter & Markenartikel
- Mittelfeldspieler ebenfalls Stammgast in Klatschspalten
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Das Publikum im ausverkauften Wiener Happel-Stadion darf am Samstag zum Auftakt der WM-Qualifikation in der Partie zwischen Österreich und England zwar nicht dem besten, aber dem mit Abstand bekanntesten Kicker der Welt bei der Arbeit zusehen. David Beckham ist weit mehr als nur Fußballer - Stil-Ikone, Trendsetter, Markenartikel, Popstar-Ehemann und nebenbei noch gefallener und wieder hochgejubelter englischer Nationalheld, von der Queen zum "Officer of the British Empire" geadelt.
Der Mittelfeldspieler, dessen jährlich wechselnde Frisuren in allen Erdteilen Nachahmer finden, ist das Paradebeispiel dafür, dass der Fußball von der wichtigsten Nebensache der Welt längst zu einem wesentlichen globalen Wirtschaftsfaktor geworden ist. 15 Millionen Euro sollen jährlich allein aus Werbeverträgen auf das Konto des Gatten von Ex-Spice Girl Victoria fließen, der angeblich 50 Millionen Pfund (74 Mio. Euro) auf der hohen Kante hat.
adidas, Vodafone, Marks & Spencer und Co. lassen sich das Engagement des Real-Stars einiges kosten, wohlwissend, dass sich die Ausgaben für den englischen Teamkapitän problemlos amortisieren, wird Beckhams Werbewert doch auf 90 Mio. Euro geschätzt.
Wirtschaftliche Überlegungen standen auch bei Real Madrid im Mittelpunkt, als der "Flankengott" im Vorjahr für 35 Mio. Euro von Manchester United geholt wurde. Was folgte, waren tausende binnen weniger Stunden verkaufte Beckham-Trikots mit der Nummer 23, eine lukrative Asien-Tournee, auf der die Marke Real von der Marke Beckham profitierte, und einträgliche TV-Verträge.
Beim 29-Jährigen, von Real mit rund sechs Mio. Euro pro Jahr entlohnt, verschwimmen aber nicht nur die Grenzen zwischen Sport und Wirtschaft: Durch seine Heirat mit Victoria überwand der Freistoß-Spezialist auch die Barrieren zwischen Sport- und Boulevard-Berichterstattung, Paparazzi sind seither zu ständigen Begleitern des Glamour-Paares geworden.
In Anbetracht der ihm zuteil werdenden öffentlichen Aufmerksamkeit - zuletzt stand er wegen einer angeblichen Affäre mit einer Privat-Sekretärin abseits des Rasens im medialen Blickfeld - werden Beckham, seine Frau und seine zwei Söhne Brooklyn und Romeo (das dritte Kind kommt im März zur Welt) schon längst von Bodyguards rund um die Uhr bewacht.
Die Sorge des Teamkapitäns um die Sicherheit seiner Familie ist nicht unberechtigt, so wurde im November 2002 eine geplante Entführung von Victoria vereitelt. Schon Jahre zuvor war Beckham Opfer von Feindseligkeiten geworden, als er nach seinem Ausschluss im WM-Achtelfinale 1998 gegen Argentinien als Sündenbock für Englands Ausscheiden herhalten musste.
In den Monaten danach wurden im ganzen Land Beckham-Puppen und -Fotos verbrannt, in den Stadien zählten Choräle wie "Wir hassen David Beckham" zum Pflichtprogramm. Auf dem Höhepunkt der Hasstiraden sah sich eine Kirche in Manchester sogar gezwungen, ein Plakat mit der Aufschrift "Gott vergibt sogar David Beckham" auf ihre Mauer zu hängen.
Doch gerade durch diese Vorfälle reifte Beckham zu einem Sportler von Format. "Es hat mich als Mensch und Fußballer verändert, zu dem gemacht, was ich heute bin", sagte der Real-Kicker Jahre später, als er spätestens mit dem Last-Minute-Freistoß-Treffer gegen Griechenland und der damit verbundenen Qualifikation für die WM 2002 wieder Darling der Nation war. (apa/red)
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