Nach Schulteroperationen wieder fit: Tommy Haas kommt zur BA-CA-Trophy
- Nach 15 Monaten Pause schon zwei Turniersiege 2004
- US Open: Harterkämpfter Fünfsatz-Sieg über Sanguinetti
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Tommy Haas hat nach einer 15-monatigen Verletzungspause wegen zweier Schulteroperationen in New York einen weiteren kleinen Schritt in Richtung Rückkehr in die Top Ten gemacht. Ein Fünfsatz-Erfolg gegen den überraschend starken Italiener Davide Sanguinetti am Mittwoch hat untermauert, dass er körperlich auch schon wieder in Topform ist. Was ihm jetzt noch fehlt, ist weitere Matchpraxis. Und die will sich der Deutsche mit steirischen Wurzeln u.a. auch im Geburtsland seines Vaters holen: Bei der BA-CA-Trophy in der Wiener Stadthalle (11. bis 17. Oktober).
Zwei Schulteroperationen haben ihn für 15 Monate außer Gefecht gesetzt. Und es gab genügend Unkenrufer, die der ehemaligen Nummer zwei der Welt ein vorzeitiges Karriereende prophezeiten. "Es gab Momente, wo ich selber nicht mehr daran geglaubt habe, vor allem nach meiner zweiten Operation, als ich gemerkt habe, dass der Arm verdammt schwach ist." Andererseits fühlt er sich aber auch noch "zu verbissen und zu jung", um an ein Ende zu denken.
"Bin dankbar, dass die Schulter hält"
Freilich hat sich in dieser Phase auch die Spreu vom Weizen getrennt. Er weiß jetzt, wer zu ihm steht und wer an ihn glaubt. "Und das ist gut zu wissen." Das große Ziel bei seinem Comeback war für 2004 die Rückkehr in die Top 100 und eventuell ein Titel. "Jetzt habe ich schon zwei Turniersiege und bin Top 50, deshalb habe ich für heuer keine großen Ziele mehr." Wichtig ist ihm aber vor allem noch der Daviscup im September gegen die Slowakei, denn da möchte er dem DTB-Team zurück in die Weltgruppe helfen. Bei den US Open lässt er sich überraschen. "In erster Linie bin ich jetzt dankbar, dass die Schulter so hält."
Das Comeback hat er seiner Meinung nach jetzt schon geschafft. "Meine ersten beiden Matches waren verdammt hart, aber dann hab ich recht schnell wieder den Anschluss gefunden", so der gebürtige Hamburger. Der Sieg in Houston im April hat ihm dabei sehr geholfen. In Los Angeles folgte der zweite Titel mit Erfolgen über Andre Agassi und im Finale über seinen Landsmann Nicolas Kiefer, der ihn in die Top 50 zurückbrachte. "Und das nach sechs, sieben Monaten, da bin ich sehr zufrieden."
"Ich spiele sehr gerne in Wien"
In die Wiener Stadthalle kehrt der Sieger von 2001 und Finalist 2000 gerne zurück. "Ich spiele sehr gerne in Wien, habe viele Verwandte, die immer wieder gerne vorbeischauen. Ich hab dort auch schon mein bestes Tennis gespielt." Zu Wien selbst hat er nicht so viel Bezug, obwohl er sogar ein Mal neun Monate in Wien gelebt hat. "Da war ich aber ungefähr ein Jahr alt, aber sonst habe ich mehr Beziehung zu Graz als zu Wien, da meine Eltern aus Graz kommen und alle Verwandten dort leben."
Die BA-CA-Trophy wird wieder sehr stark besetzt sein, nach Ende der Meldefrist liegt der Cut-off bei 59. Unter den Stars sind der spanische Vorjahrsfinalist Carlos Moya (aktuell 4. im Entry-Ranking), erstmals David Nalbandian (ARG/9), Rainer Schüttler (GER/12) und ebenfalls zum ersten Mal der starke Thailänder Paradorn Srichaphan, derzeit Nummer 15 der Welt. Den einen oder anderen Star wird man wie üblich kurzfristig verpflichten. (apa/red)
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