Donnerstag, 2. September 2004

Vorarlberg wählt neuen Landtag: Wahlbeteiligung sank schon mit Wahlpflicht!

  • Nach Abschaffung wird Einbruch erwartet
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Die Wahlbeteiligung ist einer der spannenden Faktoren der Vorarlberger Landtagswahl. Erstmals besteht keine Wahlpflicht mehr - und ein Einbruch in der Beteiligung scheint wahrscheinlich. An der Bundespräsidenten-Wahl im April d.J. haben nur 55,30 Prozent (bundesweit 71,60 Prozent), an der EU-Wahl gar nur 36,16 (österreichweit 42,43 Prozent) Prozent teilgenommen.

In Tirol brach die Wahlbeteiligung bei der ersten Landtagswahl ohne Wahlpflicht im Jahr 2003 ein - von zuvor 80,57 Prozent auf 60,91 Prozent.

1999 gaben bei der Vorarlberger Landtagswahl immerhin noch 87,71 Prozent ihre Stimme ab. Damit liegt das Ländle - das letzte Land, in dem es noch Wahlpflicht gab - im Vergleich der Bundesländer derzeit noch an der Spitze. An zweiter Stelle liegt das Burgenland mit 82,72 Prozent, an dritter Oberösterreich mit 78,65 und gleich dahinter Kärnten mit 78,63 Prozent.

In Vorarlberg war - mit der Wahlpflicht - die Beteiligung bisher immer sehr hoch. Erst 1994 fiel sie unter die 90-Prozent-Marke. Trotz Wahlpflicht ging die Beteiligung seit 1974 aber kontinuierlich zurück.

ENTWICKLUNG SEIT 1945:

WahlberechtigteWahlbeteiligung
StimmenProzent
194577.27692,49
1949108.53796,40
1954117.97394,31
1959130.10393,75
1964142.91993,10
1969153.02293,66
1974159.63094,17
1979175.06094,06
1984191.77493,21
1989207.55590,97
1994218.92589,26
1999226.11387,81

(apa)

2.9.2004 10:53