Mittwoch, 1. September 2004

Russland: Zahlreiche blutige Terror-Anschläge in den vergangenen Jahren

  • Betroffen vor allem Süden des Landes & Tschetschenien
  • Auch Hauptstadt Moskau wiederholt Terror-Ziel

In den vergangenen Jahren ist es in Russland zu einer Reihe von Terroranschlägen gekommen, für die zumeist Rebellen aus Tschetschenien verantwortlich gemacht werden. Die meisten Anschläge fanden im Süden Russlands und in Tschetschenien selbst statt, aber auch die Hauptstadt Moskau war schon wiederholt Ziel der Angriffe.

23. Oktober 2002: 41 tschetschenische Rebellen nehmen rund 800 Menschen in einem Moskauer Theater in Geiselhaft und fordern das Ende des Tschetschenien-Krieges. Nach offiziellen Angaben werden 129 Menschen getötet, als Elitesoldaten die Geiselnahme unter Einsatz eines Nervengases drei Tage später beenden. Unter den Opfern ist auch eine Österreicherin bulgarischer Herkunft.

27. Dezember 2002: Bei einem Selbstmordanschlag auf den Sitz der pro-russischen Verwaltung in Grosny werden mehr als 80 Menschen getötet und weitere 152 verletzt. Zwei tschetschenische Selbstmordattentäter waren mit einem Lastwagen und einem Geländewagen vor das schwer bewachte Gebäude gefahren und hatten dort die Sprengsätze in ihren Fahrzeugen gezündet. Der Rebellenführer Schamil Bassajew bekennt sich später zu der Bluttat.

12. Mai 2003: Bei einem schweren Bombenanschlag in Nord-Tschetschenien auf Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes werden 59 Menschen getötet und rund 110 verletzt.

14. Mai: Eine Frau sprengt sich während einer moslemische Gedenkfeier in der Siedlung Ilischan-Jurt im Norden der Kaukasusrepublik in die Luft. 16 Menschen kommen ums Leben, über 140 werden verletzt. Der Angriff richtet sich offenbar gegen den Chef der prorussischen Verwaltung in Tschetschenien, Achmad Kadyrow, der aber nicht verletzt wird.

5. Juni: Bei einem Selbstmordanschlag auf einen mit Arbeitern besetzten Bus sterben neben der Attentäterin mindestens 19 Menschen, mehr als 30 Soldaten und zivile Mitarbeiter werden verletzt. Der Bus war auf dem Weg von Mosdok in Nordossetien zum nahe gelegenen Luftwaffenstützpunkt Prochladny. In Mosdok befindet sich das Hauptquartier der russischen Streitkräfte für den Einsatz in Tschetschenien.

5. Juli: Zwei mit Sprengstoffgürteln bewaffnete Frauen verschaffen sich Einlass zu einem Freiluft-Rockkonzert in Moskau und zünden noch am Eingang ihre Bomben. Etwa 15 Konzertbesucher sterben an den Folgen der Detonation.

1. August: Bei einem Sprengstoffanschlag mutmaßlicher tschetschenischer Freischärler auf ein russisches Militärspital in der nordossetischen Stadt Mosdok im Kaukasus werden mindestens 50 Menschen getötet und mehr als 80 verletzt.

5. Dezember: In einem voll besetzten Vorortzug zünden im Nordkaukasus mehrere Terroristen eine Bombe: 44 Tote.

6. Februar 2004: Bei einem Anschlag auf eine voll besetzte U-Bahn in der Nähe der Station Awtosawodskaja in Moskau werden 41 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt.

9. Mai: Bei einer Bombenexplosion während einer Feierstunde zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Dynamo-Stadion von Grosny sterben mindestens 32 Menschen, darunter der tschetschenische Präsident Kadyrow.

24. August: Beim Absturz von zwei Flugzeugen im Abstand von wenigen Minuten sterben 90 Menschen. Ein tschetschenischer Terroranschlag wird vermutet, nachdem am 29. August die tschetschenischen Präsidentenwahlen stattgefunden haben und an den Flugzeugen Reste von Sprengstoff gefunden wurden. Im Internet taucht ein Bekennerschreiben auf, in dem eine islamistische Gruppe erklärt, die beiden Flugzeuge entführt zu haben.

31. August: Bei einem Selbstmordanschlag in Moskau werden zehn Menschen getötet und weitere 51 verletzt. Die Selbstmordattentäterin sprengt sich zwischen dem Eingang zur U-Bahn-Station Rischskaja im Nordosten der russischen Hauptstadt und einem Einkaufszentrum in die Luft. Zu der Tat bekennt sich die islamische Gruppe "Islambuli-Brigaden", die auch für die Anschläge auf die zwei Passagiermaschinen die Verantwortung übernimmt.

1. September: Mehr als ein Dutzend Bewaffnete stürmen eine Schule in der russischen Republik Nord-Ossetien und nehmen bis zu 400 Menschen als Geiseln, darunter auch 200 Kinder. Sie fordern die Freilassung tschetschenischer Kämpfer in der Nachbarrepublik Inguschetien. (apa)


1.9.2004 13:10