Sonntag, 5. September 2004

Unwetter in China und Japan: 220 Tote nach Regenfällen und Überschwemmungen

  • Behörden fordern Trinkwasser und Lebensmittel an

Bei den heftigen Regenfällen und Überschwemmungen der vergangenen Tage sind in China und Japan mehr als 220 Menschen ums Leben gekommen. In China starben laut Behördenangaben bei Überflutungen bisher 190 Menschen. In Japan waren durch einen der verheerendsten Taifune der vergangenen Jahre 31 Menschen getötet worden. Mindestens 14 werden noch vermisst.

In China waren mehr als eine halbe Million Bewohner vor den Fluten der über die Ufer getretenen Flüsse geflüchtet. Zehntausende Wohnungen wurden zerstört oder beschädigt. Nach den Unwettern in China wurden in Sichuan 97 Tote gezählt, in Chongqing 75 Tote geborgen. Aus der Provinz Yunnan wurden 8 Tote gemeldet. Dutzende Menschen wurden vermisst. Wegen der Seuchengefahr begannen die Behörden mit Desinfektionen. Es fehlen Trinkwasser und Notunterkünfte. Erst im August waren dem Taifun "Rananim" 164 Menschen zum Opfer gefallen.

Am Jangtse-Strom in China bedrohte die höchste Flutwelle seit der Überschwemmungskatastrophe 1998 die zentralchinesische Provinz Hubei, berichteten amtliche Medien am Mittwoch. Dort wurden die Deichwachen verstärkt, um Überschwemmungen wie vor sechs Jahren zu verhindern, als landesweit tausende Menschen ums Leben gekommen waren. Sorgen bereiten den Behörden die neuen Deiche, die noch nie einer solchen Flutwelle standhalten mussten.

Nachdem der Taifun "Songda" im Süden und Westen Japans eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hatte, tobte er Mittwoch über der nördlichen Hauptinsel Hokkaido. Zwei Männer wurden in Sapporo von umgestürzten Bäumen erschlagen, eine Frau starb unter einer eingestürzten Scheune. Ein Mann ertrank in der See. 15 Besatzungsmitglieder zweier Frachter, die Schiffbruch erlitten hatten, wurden noch immer vermisst. (apa)

5.9.2004 15:08