Parteitag der Republikaner: Spannung vor der Rede Bush vor dem Abschluss
- Präsident will Leistungen der Amtszeit herausstreichen
- Vize Dick Cheney reitet scharfe Attacken gegen Kerry
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Dick Cheney hat mit einem scharfen Angriff auf John Kerry die heiße Phase des US-Wahlkampfs eingeläutet. Der Vizepräsident nahm seine Nominierung für eine zweite Amtszeit an. Zum Abschluss des Konvents wurde am Donnerstag mit Spannung die Rede von Präsident George W. Bush erwartet. Bush wollte dort Bilanz ziehen und zugleich seine Nominierung für eine zweite Amtsperiode formell akzeptieren.
Wie verlautete, wollte Bush die seiner Meinung nach größten Leistungen seiner Amtszeit herausstellen und sein innenpolitisches Programm für die nächsten vier Jahre präsentieren. Dieses Programm werde konkrete Vorschläge zu einer Reihe von Initiativen enthalten - die Vereinfachung des Steuersystems, Hilfen zum Kauf von Wohneigentum sowie zur Existenzgründung, Beschäftigungsmaßnahmen und steuerliche Erleichterungen bei der Renten- und Gesundheitsversicherung.
Außenpolitisch wollte Bush seinen Beratern zufolge auf die Ereignisse des 11. Septembers 2001 eingehen und darlegen, wie diese die Welt ebenso wie seine persönliche Wahrnehmung der Dinge verändert hätten. Der Präsident wollte den Irak-Krieg als Baustein für einen friedlicheren Nahen Osten erneut rigoros verteidigen. Dies wurde schon am Mittwochabend deutlich, als der Präsident bei seiner Ankunft in New York mit Feuerwehrleuten zusammentraf. Mit feuchten Augen hielt er einen schwarzen Feuerwehrhelm mit der Aufschrift "Commander in Chief" (Oberkommandant) hoch, der ihm überreicht worden war. Dann lobte er abermals den Mut der Einsatzkräfte am zerstörten World Trade Center.
1.760 Festnahmen
In den ersten beiden Tagen des Parteikonvents in New York nahm die die Polizei bereits 1.760 Demonstranten fest, so viel wie noch nie bei einem Parteitag in der Geschichte der USA, teilte der Sprecher des New Yorker Strafgerichts, David Bookstaver, am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Die tagelangen Anti-Bush-Proteste verliefen überwiegend friedlich. Nach den Massenfestnahmen am Dienstag - offiziellen Angaben zufolge 1191 - ließ die Polizei am Mittwoch Milde walten und sperrte nur noch 19 Teilnehmer von Protestaktionen ein.
Cheney bezeichnet Kerry als "konfus und wankelmütig"
Nach zwei Tagen, an denen der Parteikonvent ganz im Zeichen des Lobes von Bushs Führungsstärke stand, nahmen Cheney und der abtrünnige demokratische Senator Zell Miller am Mittwochabend den demokratischen Herausforderer John Kerry scharf ins Visier. Cheney bezeichnete Kerry als "konfusen und wankelmütigen" Politiker, der ständig seine Meinung ändere. Kerry halte nicht an einem klaren Kurs fest, sondern er sei unentschlossen und sende Signale der Konfusion aus, sagte Cheney vor den jubelnden Delegierten. Dagegen lobte er Bush als Mann der Entschlossenheit und als hervorragenden Oberkommandierenden. Der Präsident greife nicht zu leeren Drohungen und mache auch keine halben Sachen.
(apa/red)
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