Blutiger Terror in Moskau: Selbstmord-attentäterin sprengt sich in die Luft
- 10 Tote und mehrere Verletzte, darunter einige Kinder
- Islamistengruppe bekennt sich zu Anschlag
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Blutiger Terror in Moskau: Bei der Explosion in Moskau, die Dienstagabend mindestens zehn Menschenleben forderte, hat es sich um den Anschlag einer Selbstmordattentäterin gehandelt. Mehr als 30 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, wie Bürgermeister Juri Luschkow weiter erklärte. Unter den Verletzten seien vier Kinder und 11 Frauen. Eine islamistische Gruppe hat im Internet die Verantwortung für den Bombenanschlag übernommen.
Auf einer Website erklärte die Gruppe, die sich als "Islambuli-Brigaden" bezeichnete, diese "Operation" habe zur Unterstützung der Moslems in Tschetschenien gedient. Die Gruppe übernahm zugleich die Verantwortung für die Anschläge auf zwei russische Passagiermaschinen, bei denen vor einer Woche 90 Menschen getötet worden waren.
Anschlag vor U-Bahn-Station
Die Explosion ereignete sich gegen 20.15 Uhr Ortszeit zwischen dem Eingang zur U-Bahn-Station Rischskaja im Nordosten der russischen Hauptstadt und einem Einkaufszentrum. Luschkow erklärte, die Selbstmordattentäterin sei auf die Station zugelaufen, habe dort aber zwei Polizisten bemerkt. Daraufhin sei sie umgekehrt und habe beschlossen, "sich in einer Menschenmenge zu zerstören".
"Einige Zeugen haben gesehen, wie eine Frau auf die U-Bahn zuging und dabei die Aufmerksamkeit von Polizisten am Eingang erregte", sagte Polizeisprecher Waleri Gribakin gegenüber dem Fernsehsender NTW. "Da drehte sie sich um, und die Bombe detonierte." Erste Berichte über die Explosion einer Autobombe bestätigten sich nicht. Mehr als 30 Krankenwagen waren im Tatort im Einsatz.
Fernsehbilder zeigten blutüberströmte Menschen, ein ausgebranntes, weißes Auto und zerbrochene Glasscheiben vor der Station. Ein Augenzeuge berichtete von einer gewaltigen Detonation, gefolgt von einer schwächeren. Der leitende Moskauer Staatsanwalt Anatoli Sujew erklärte vor Journalisten, seine Behörde habe Ermittlungen wegen des Verdachts auf Terrorismus und wegen Mordes aufgenommen.
Sicherheitsvorkehrungen in Moskau verschärft
Die Sicherheitsvorkehrungen in Moskau wurden unterdessen verschärft. Wie die Nachrichtenagentur ITAR-TASS unter Berufung auf einen Sprecher der städtischen Sicherheitsdienste meldete, wurde die Polizei zu erhöhter Wachsamkeit angehalten. Zusätzliche Patrouillen mit Sprengstoffhunden sollten U-Bahn-Stationen, Bahnhöfe und Flughäfen kontrollieren.
Genau vor einer Woche waren bei den Abstürzen von zwei in Moskau gestarteten Passagier-Flugzeugen 90 Menschen ums Leben gekommen. Der Geheimdienst FSB gab am Dienstag bekannt, die Bomben an Bord der Tupolews seien von Frauen gezündet worden, "die Pässe auf die Namen Satsita Dschebirchanowa und Amnat Nagajewa benutzten". Offen sei geblieben, ob möglicherweise andere Frauen die Ausweise benützt hätten.
(apa/red)
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