Dienstag, 31. August 2004

Schwerer Anschlag in Israel: Explosionen in zwei Bussen fordern zahlreiche Verletzte

  • Einer der Busse offenbar in Flammen aufgegangen
  • Palästinensische Autonomiebehörde verurteilt die Tat

Es war der schwerste Anschlag in Israel in diesem Jahr: Bei einem Doppelanschlag auf zwei Busse in der israelischen Wüstenstadt Beersheba sind mindestens siebzehn Menschen getötet worden, über 100 weitere Menschen wurden verletzt. Die radikale Palästinenser-Gruppe Hamas hat sich einem Fernsehbericht zufolge zu den Bombenanschlägen bekannt.

Das israelische Fernsehen zitierte aus einem Flugblatt der israelfeindlichen Gruppe, das in Hebron im Westjordanland verteilt worden sei. Bei den beiden nahezu zeitgleich verübten Anschlägen auf zwei Pendlerbusse in der südisraelischen Stadt Beersheba wurden nach jüngsten Angaben 17 Menschen getötet und Dutzende verletzt. Die Selbstmordanschläge seien ein Racheakt für die "gezielte Tötung" von Hamas-Führer Scheich Ahmed Yassin und dessen Nachfolger Abdel Aziz Rantissi, hieß es auf dem Flugblatt.

Zudem handele es sich um ein "Geschenk für die hungerstreikenden Häftlinge in den zionistischen Gefängnissen". Die Hamas hat in den vergangenen vier Jahren schon Dutzende Bombenanschläge auf Israelis verübt. Hebron liegt rund 50 Kilometer von Beersheba entfernt.

Eine angebliche weitere Explosion nahe einem Einkaufszentrum in der Stadt erwies sich nach israelischen Fernsehberichten als falscher Alarm.

Palästinensische Autonomiebehörde verurteilt die Tat
Die palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die Tat. Man verdamme Anschläge auf Zivilisten, sagte Verhandlungsminister Saeb Erekat. In der Früh hatten die israelischen Behörden nach eigenen Angaben einen palästinensischen Selbstmordanschlag verhindert. Am Grenzübergang Eres zwischen Israel und dem Gazastreifen fingen Wachsoldaten nach Angaben eines israelischen Armeesprechers einen Mann mit Sprengstoffgürtel ab.

Erster Anschlag seit März
Dies war der erste Anschlag auf Autobusse in der Stadt Beersheba, das in der Negev-Wüste im Süden des Landes liegt. In Israel hatte es schon seit Monaten keine Selbstmordanschläge mehr gegeben. Zuletzt waren am 14. März bei einem Attentat in der Hafenstadt Ashdod zehn Menschen getötet worden.
(apa)

31.8.2004 14:32