Darfur: Acht Mitarbeiter von Hilfs-organisationen von Rebellen verschleppt
- Konfliktparteien studieren AU-Entwurf für Frieden
Acht Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sind im westsudanesischen Darfur von Rebellen verschleppt worden. Drei Angestellte des Welt-Ernährungsprogramms (WFP) und fünf Mitarbeiter des Roten Halbmondes seien in verschleppt worden, teilte das WFP am Montagabend in Rom mit.
Zuvor hatte das sudanesische Ministerium für humanitäre Angelegenheiten die Zahl der Entführten mit insgesamt fünf angegeben. In der nigerianischen Hauptstadt Abuja legte die Afrikanische Union (AU) der sudanesischen Regierung und den Rebellengruppen den Entwurf für ein Abkommen zur Beendigung des seit Februar 2003 andauernden Konflikts vor.
WFP-Sprecherin Caroline Hurford sagte in Rom, die Namen der drei verschleppten Mitarbeiter seien bekannt und deren Familien unterrichtet. Sie seien rund 80 Kilometer südlich von El Fascher im Norden Darfurs verschwunden. Dort hätten die WFP-Mitarbeiter Flüchtlinge registriert. Über die Entführer sei nichts bekannt. Die UN-Organisation unternehme alles, um ihre Mitarbeiter zu retten, allerdings habe am Montag ein Sandsturm die Telefonverbindungen gestört und die Entsendung eines Hubschraubers in die Region verhindert. Hurford nannte die Entführung ein schlechtes Zeichen für alle Hilfsorganisationen in Darfur.
In Abuja wurden die Darfur-Friedensgespräche am Montag unterbrochen, um den Konfliktparteien Zeit zu geben, den Entwurf der AU-Vermittler zu studieren. Die Gespräche sollten am Dienstagnachmittag fortgesetzt werden. Der Entwurf sieht unter anderem vor, Hilfsorganisationen den Zugang in die Krisenregion zu garantieren und die Zahl der internationalen Beobachter zu erhöhen. Die sudanesische Armee soll sich von den Flüchtlingslagern fernhalten. Zusammen mit arabischen Reitermilizen werden der Armee Menschenrechtsverletzungen und Folter an schwarzafrikanischen Flüchtlingen vorgeworfen.
Die AU will zumindest mit Blick auf die humanitäre Lage in Darfur eine Annäherung erzielen. In der Krisenregion kämpfen seit Februar 2003 zwei Rebellengruppen schwarzafrikanischer Volksgruppen gegen die regierungsnahen arabischen Janjaweed-Milizen. In dem Konflikt wurden bisher nach UN-Schätzungen bis zu 50.000 Menschen getötet. Mehr als eine Million Menschen wurden in die Flucht getrieben. In der Nacht zum Montag war das UN-Ultimatum abgelaufen, das die Entwaffnung der Janjaweed-Milizen und den Schutz der Flüchtlinge forderte.
(apa/red)
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