Promis gegen Rechtschreibreform: Gottschalk fordert "zivilen Ungehorsam"
- Günter Grass, Elfriede Jelinek & Co: Mitglieder der deutschen Akademie fordern Reform-Rücknahme
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Auch "Wunderwuzzi" und "Blitzgneißer" dabei!
·Stichwort: Neue Rechtschreibung
Reform seit 1. August 1998 verbindlich
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·Neuer Streit um Rechtschreibung
Österreichische Medien bleiben bei Reform
Günter Grass, Elfriede Jelinek, Martin Walser - das sind einige der prominenten Namen auf einer Unterschriftenliste gegen die Rechtschreibreform. Die Mitglieder der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Berliner Akademie der Künste haben eine völlige Rücknahme der nach ihrer Ansicht "innerlich verfehlten und sehr viel Geld und Arbeitskraft kostenden Rechtschreibreform" gefordert. Der "Wetten, dass?"-Entertainer Thomas Gottschalk wiederum meinte, dass "ziviler Ungehorsam" gegenüber der Reform "Bürgerpflicht" sei.
Die Rechtschreibreform betreffe im Verlagswesen nicht nur die Schulbuchkonzerne, sondern auch Literaturverlage. Diese gerieten bei einer endgültigen Durchsetzung der "Neuregelung" in die Zwangslage, Neuauflagen ihrer Bücher entweder in der bisherigen, dann von Amts wegen fehlerhaften Schreibung nachzudrucken oder mit hohen Kosten neu zu setzen, erklärten die Akademiemitglieder. Seit 1996 habe die Reform zur Aussonderung zahlloser Kinder- und Jugendbücher aus Bibliotheken geführt. Sie werde am Ende der Übergangsfrist zu einer schlagartigen Wertminderung aller privaten wie öffentlichen Buchbestände führen, die als orthografisch "fehlerhaft" und für Schüler nicht empfehlenswert gelten.
Neben den Akademiemitgliedern Wulf Kirsten, Michael Krüger, Reiner Kunze und Guntram Vesper als Erstunterzeichner haben unter anderem Nobelpreisträger Günter Grass, Vicco von Bülow, Joachim Fest, Elfriede Jelinek, Joachim Kaiser, Günter Kunert, Siegfried Lenz, Hans Maier und Martin Walser die Stellungnahme unterschrieben.
Gottschalk gegen die Rechtschreibreform
"Von allen Reformen, die Deutschland dringend braucht, war die Rechtschreibreform die letzte", sagte Gottschalk der "Bild"-Zeitung vom Montag. Weil aber Studienräte nicht zum Widerspruch neigten und Schüler nicht widersprechen dürften, habe niemand "diesen Verwaltungs-Germanisten ihre Kopfgeburt vom Schreibtisch gefegt". Der studierte Lehrer hält sich selbst nicht an das neuen Regelwerk. Für ihn sei in diesem Zusammenhang "ziviler Ungehorsam Bürgerpflicht" gewesen. Er habe einfach weitergeschrieben wie bisher, sagte Gottschalk.(apa/red)
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